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    Gedankomat

    Dienstag 11.2.2020

    Das konservative Manifest und andere Extremitäten

    Habe mir gerade mal die Website der Werteunion angeschaut. Das ist ja so'n Verein innerhalb der CDU/CSU, der sich immer mal wieder halbwegs eklig zu Wort meldet. Die haben ein "Konservatives Manifest" verfasst. Ich wüsste ehrlich gesagt nicht, in welchen Punkten die AFD den meisten dort formulierten Positionen nicht zustimmen würde. Das wäre jetzt alles nicht weiter schlimm, wenn sich die CDU/CSU selbst nicht permanent als "bürgerliche Mitte" bezeichnen würde. In meinem Verständnis gehört die Werteunion in die Kategorie "rechtsextremer Rand" und der Rest der Partei steht direkt daneben. Ich kann da keine Mitte mehr sehen bei den Positionen, die sie vertreten. Aus- und Abgrenzungen ohne Ende. Deutsche Leitkultur. Assimilation statt Integration. Nur das Christentum ist eine wahre, gute und richtige Religion. Schwangerschaftabbrüche sind moralisch verwerflich und gehören eigentlich verboten. Patriotismus yes! Nicht-Akzeptanz anderer Lebensentwürfe außer Familie mit Vater/Mutter/Kind. Kein Wort zur deutschen Geschichte, zum Holocaust, zu einer Wichtigkeit von Erinnerungskultur. Bekämpfung von Genderforschung...und und und...Ich habe in letzter Zeit oft gesagt, dass ich die Art wie ich lebe, bedroht sehe. Ich werde wahrgenommen als "weißer heterosexueller deutscher Mann", der das Glück hat, fast nie wegen Herkunft, geschlechtlicher Orientierung, Hautfarbe, Religion oder Sprache diskriminiert zu werden. Und trotzdem kriege ich Schiss. Nicht vor den Hardcore-Nazis, aber vor all denen, die meinen, ihr extremer Konservativismus müsse Programm für alle sein. Und das sind Positionen der AFD, die offenbar weit hineinreichen in die CDU/CSU und nicht enden bei ehemaligen Mitgliedern der SPD wie beispielsweise Sarrazin. Den Scheiß von der "bürgerlichen Mitte" will ich jedenfalls nicht mehr hören. Da kommen nämlich so "lustige" Sachen bei raus, dass aus einem bürgerlichen Linken wie Bodo Ramelelow, der sozialdemokratische Politik macht, ein Extremist wird, mit dem die CDU/CSU nicht zusammenarbeiten kann. Es mag komisch klingen, wenn jemand wie ich sagt, dass ich in mancherlei Hinsicht sogar noch froh darüber bin, dass Merkel als Kanzlerin ein halbwegs liberales Gegengewicht darstellt. Wenn ich mir vorstelle, dass da so Typen wie Merz oder Spahn plötzlich das Sagen hätten, können wir uns auf deutlich heftigere Winde einstellen. Muss aber auch nicht schlecht sein, wenn die Feindbilder wieder klarere Konturen aufweisen. Müssen wir eben auch wieder etwas an Vehemenz zulegen und uns eine neue Unbequemlichkeit antrainieren. Hey ho, let's go!

    Freitag 31.1.2020 - Wieder alles sagen wollen (dürfen)!

    Woran erinnert dich die Überschrift? Was assozierst du? AFD? AFD-Flügel? Die konservative Rechte? Die extreme Rechte? Oder Kabarett?

    Ich habe vor ein paar Tagen im Taxi wieder mal Radio1 gelauscht und da waren die Kabarettisten Florian Schröder und Serdar Somuncu im Gespräch miteinander. Da ist etwas interessantes passiert. Ich habe euch mal ein paar Passagen aus dem Dialog rausgeschrieben:

    Serdar macht eine zotig/sexistische Bemerkung. Danach sagt er aufgeregt:

    Mir geht das so auf den Sack mittlerweile. Immer und überall wo ich bin, denken immer alle Leute „kann ich das sagen?…Nein…meine Karriere…nein, jetzt werd‘ ich verdächtigt, Sexist oder Rassist zu sein“ Ich will wieder alles sagen, was mir durch den Kopf geht! (verhaltener Applaus)

    Florian: Na klar! Deswegen gehst du doch auf Tour.

    Serdar: Ja, ich geh ja auf Tour und hab mir überlegt, soll ich mir diesen Maulkorb anlegen, nein auf keinen Fall!

    Florian: Natürlich nicht!

    Serdar: Und ich werde verdächtigt und ich liebe es, verdächtigt zu werden, alles zu sein! Ich bin homophob, Rassist, Sexist, ich hab vor Frauen onaniert ohne sie zu fragen, ich…alles…ich hab alles gemacht und bin wahnsinnig stolz drauf. (Gelächter)

    (…)

    Serdar: Alter ey, wir leben in einer so krassen Zeit, also natürlich gab’s krassere Zeiten vorher, aber diese Diskussionskultur, die wir haben, die keinen Diskurs mehr möglich macht, dieses entweder oder, schwarz/weiß, bist du für oder gegen mich, das geht mir so auf’n Sack und es ist durch das Internet so beschleunigt und potentiert worden, dass man gar nicht mehr die Möglichkeit hat, einen vernünftigen Gedanken einzustreuen oder zu insistieren oder abzuwarten bis sich überhaupt mal ein vernünftiger Gedanke ausprägt.

    (…)

    Florian: Ja! Es gibt auch nur noch die Extreme. Entweder hast du die totale Empörung, die sich sofort durchsetzt oder du hast die absolute Empfindlichkeit.

    (…)

    Dann sagt der Florian zu einem „Thunberg-Witz“ von Dieter Nuhr:

    Das ist ein völlig legitimer Witz, den man machen kann und man hat vor allem nicht darüber zu diskutieren, ob der Witz gut oder schlecht ist, weil du kannst tausend Meinungen haben, welchen Witz du gut findest, welchen Witz du schlecht findest, was du lustig findest, das darf überhaupt keine Frage sein und natürlich ist es das Recht eines Komikers, die Tür auf zu machen.

    Serdar: Und die Pflicht!

    (…)

    Serdar: Kabarett ist doch nicht Mainstream, wir sind doch die, die gegen den Strich bürsten und wenn du heute siehst, dass der Mainstream ja die Leute sind, die im Prenzlauer Berg wohnen für 5000 Euro in einer 3-Zimmer-Altbauwohnung mit einem Kinderwagen, der das zehnfache kostet, dann müssen die doch unser Thema sein, dann müssen wir uns doch auch trauen, denen was zu sagen. (Applaus)

    Florian: Klar, klar!

    Dann macht Serdar noch’n Spruch, dass er so eine Bauchfalte hat, wo er nur noch die Spitze seines Pimmels sehen kann und dass er seine Gagen bei tschechischen Nutten (Zitat) ausgibt. Das eine scheint zu stimmen, das andere meint er wohl satirisch.

    Auch wenn ich nicht verstehe, von welchem Maulkorb hier gesprochen wird, möchte ich das Folgende anmerken. Es ist gut, dass wir nicht alles sagen, was uns durch den Kopf geht. Und es ist auch gut, dass wir nicht alles tun, was uns durch den Kopf geht. Ich nenne das "soziale Reflektion". Sie hindert uns daran, andere zu verletzen oder dass wir uns schlichtweg wie Arschlöcher verhalten. Wenn das nicht funktioniert, kommen wir sehr schnell in den Bereich von Diskriminierungen und Verächtlichmachungen. Und wenn es nicht nur um Worte, sondern um Taten geht, kommen wir in den Bereich von Gewalttaten. Jede/r von uns trägt ein gewisses Maß an Gewaltpotentialen, an Ressentiments und an schlimmen Fantasien in sich, die er/sie deshalb nicht herauslässt, weil das anderen schaden würde. Das unterscheidet mich z.B. von einem Serienkiller. Der Serienkiller tötet einfach. Ich mache das nicht! Denken tun wir vieles, gerade wenn wir uns über andere ärgern. Es ist aber nicht erstrebenswert, alles sagen zu dürfen und alles tun zu dürfen. Zurückhaltung ist auch eine Haltung. "Man hat nicht darüber zu diskutieren, ob ein Witz gut oder schlecht ist!" sagt Florian Schröder. Doch Digga. Serdar macht sexistische Witze und möchte das als Satire verstanden wissen. Nee, so nicht. Er kann als Typ auch einfach mal respektvoll schweigen, wenn ihm seine sexualisierten Vorstellungen durch den Kopf schwirren. Vor allem deshalb, weil er damit dann nicht allen in den Rücken fallen würde, die sich z.B. me-too-mäßig engagieren. Kabarett hatte mal eine Haltung, die ich mochte. Es gibt noch welche, die Haltung haben. Volker Pispers, Hagen Rether und Claus von Wagner wären meines Erachtens drei, von denen ich das glaube. Die haben es nicht nötig, so derbe auf emanzipatorische Ansätze einzuprügeln. Serdar hat da Bock drauf. Provokation, klar Alter...alles sagen dürfen...jaja...kenn ich von Pegida...langweilig. Florian und Serdar haben gar nicht gemerkt, dass sie sich mit ihrer kleinen Unterhaltung in der gleichen Logik bewegt haben, die wir zur Genüge von Wutbürger*innen und Protestwähler*innen kennen. Das ist ein Fahrwasser, in dem auch Leute wie Dieter Nuhr und Andreas Rebers schwimmen. Gerne mal soziale (linke) Bewegungen verächtlich machen und das als Satire verkaufen. Dummerweise ist die Haltung dahinter zumindest für mich relativ klar zu erkennen. Wie soll ich es nennen? Konservativ? Spießig? Neoliberal? Und ich stelle auch noch die These auf, dass das so sein muss, denn diese Leute wollen ja Erfolg haben und mittlerweile ist klar, dass auch die Wählerschaft der AFD im Publikum sitzt und denen gefällt das, wenn sich über Greta, über Veganismus oder die Linke lustig gemacht wird. Ich komme noch aus einer Zeit, wo Kabarett eine potentielle Verbündete von anarchischem Denken war. Vielleicht erklärt das, dass ich mich hier so ausführlich dazu äußere. Noch'n Zitat von Dieter gefällig?

    "Wenn unsere Kinder meinen, wir könnten diese Welt durch ein bisschen Sonne und Wind antreiben, dann sollten wir Eltern ihnen ein Hamsterrad mit Dynamo ins Kinderzimmer stellen. Da können sie dann ihre Handys aufladen."

    Dass Florian und Serdar dieses platte Bild zeichnen, dass es nur noch schwarz oder weiß gäbe, ist zusätzlich tragisch, denn auch das ist exakt das, was die neue Rechte permanent skandiert. Und hey,...der Mainstream wohnt im Prenzlauer Berg?? Da mag der reiche Mittelstand wohnen. Mainstream ist konservativ bis rechtsextrem, kapitalistisch und einigermaßen arrogant und unempathisch. Mainstream sind auch Mario Basler, Jan Fleischhauer, teure Veranstaltungspreise und das Dschungelcamp. Euer Kabarett passt da ganz gut rein.

    Donnerstag 2.1.2020 - Frohes neues Ja!

    Verweigerung könnten wir auch Verneinung nennen und wenn es vermehrt auftritt: Wiederverneinung. Oder Wiederverneinigung?! Damit es auch alle verstehen?

    Habe gerade die Termine von Konnys nächster und gleichzeitig letzter Solotour auf meine Seite gestellt. Ihr könnt sie auch auf seiner Seite einsehen und dazu lesen, warum er solo nicht weitermachen möchte.

  • Hüür!
  • Ich fühle mich dabei natürlich etwas erinnert an meinen eigenen Werdegang. Habe das damals ja auch erklärt, warum ich aufhöre,...solo.

  • Text von vor 25 Jahren...
  • Und dann kam Tod und Mordschlag und später Revolte Springen und schließlich Option weg...oder anders gesagt: Es ging immer weiter bis zum heutigen Tag, nur immer anders. Und so ähnlich wird das hoffentlich auch bei Konny laufen. Alle dürfen gespannt sein, was da kommt!

    Montag 30.12.2019 - Frucht nach vorn!

    Letzter Eintrag 2019 und dann ab ins nächste Jahr. Am Checkpoint Charlie ist gerade irgendwas los. Sondereinsatzkommando, Raubüberfall, Schüsse...Habe Bilder im Fernsehen gesehen. Da muss direkt an der Taxihalte was passiert sein. Stehe da öfter und warte, dass Tourist*innen einsteigen. Viele wollen dann immer ins KDW. Jaja! Warten wir's mal ab. Ich weiß noch gar nix über den Vorfall, schreibe hier einfach drauf los, aber eine Prognose gebe ich ab: Der oder die Täter sind Männer. Wetten?! Sind meistens Männer, wenn Scheiße passiert. Messerattacken, häusliche Gewalt, Mord, Totschlag, Sexualdelikte, Hooliganrandale. Viele unterscheiden ja lieber zwischen Ausländern und Deutschen. Mach ich nicht, weil es nur ein Ziel haben könnte: Stigmatisierung. Und diese Stigmatisierungen funktionieren hervorragend. Siehe die Messerattacke in Aue. Zack haste wieder 1000 Leute auf der Straße, weil ein schlichtender Helfer bei einer Feier für Obdachlose und einem Streit von Geflüchteten durch einen Messerstich verletzt wurde. Wäre darüber berichtet worden, ohne zu erwähnen, dass es sich um Geflüchtete handelt, wäre es bei einer Auseinandersetzung unter Obdachlosen geblieben und es hätte niemanden aufgeregt. Kann passieren, wie es täglich oft passiert in Schland. Meistens sind die Täter Männer, deutsche Männer. Wird bloß dann nicht dazugeschrieben. Klares NEIN also zu der Frage, ob die Nationalität in so einer Berichterstattung genannt werden sollte. Es geht um ein Verhalten, über das berichtet und das dadurch geächtet werden sollte. Gab es eine Demo, einen Aufschrei, eine Kundgebung, als kürzlich bekannt wurde, dass im Jahr 2018 in Deutschland 114.000 Frauen Opfer von Partnerschaftsgewalt wurden? Das sind 312 Fälle täglich. 122 Frauen wurde getötet und es gab etwa 3x so viele Versuche, Frauen in Beziehungen zu töten. Das sind nur die erfassten Fälle. Es gibt hier ein Männerproblem! Nicht nur in Deutschland, aber auch hier und darauf sollte eine fortschrittliche Gesellschaft reagieren und den Fokus legen. "Fortschrittliche Gesellschaft"...schönes Wort...Haben wir hier nicht, leider. Hier gibt's immer noch die CDU/CSU, die katholische Kirche, Germanys next Topmodel, Mario Barth, Mickie Krause, die Promi-shopping-queens, Borussia Dortund (könnte auch jeden anderen Kommerz-Verein nennen), etc. Und es wird schlimmer. "Kabarettisten" wie Uwe Steimle, der auch schon mal gern ein Shirt mit dem Aufdruck KRAFT DURCH FREUNDE trägt, flog zwar kürzlich noch aus'm Programm des MDR, aber es ist deutlich zu spüren, dass es mehr und mehr rechte Tendenzen auch in diesem bisher eher links-besetzten Genre gibt. Der Wutbürger will sich halt auch mal amüsieren und freut sich, wenn er seine Verschwörungs- und Hetzfantasien von der Bühne aus bestätigt sieht. Mir wird übel. Männer. Bin selber einer. Weiß ich wohl. Habe aber noch nicht gemordet oder Gewalt gegen vermeintlich Schwächere eingesetzt. Bin auch im Diskriminieren nicht gut und in Hetze auch nicht. Will das auch nicht, weil es blöd ist. Nixchecker und Arschlöcher machen sowas. Wenn ich hier was gegen Männer sage, nehmen das die Meisten sowieso nicht ernst, deshalb läuft diese Stigmatisierung ins Leere. Deshalb kann ich das auch machen. Etwas gegen Frauen im Allgemeinen zu äußern, würde hingegen funktionieren. Hieße dann Sexismus...zu Recht. Wie oft höre ich mir in der Taxi von Fahrgästen so Sachen an, wie "da vorne sitzt bestimmt ne Frau am Steuer, so wie die fährt...". Klar halte ich stets dagegen. Sage dann sowas wie "die meisten Verkehrsunfälle werden verursacht von deutschen Männern mit dem Namen Michael, hab ich gelesen in der Nifnocknuck", aber hilft das?! "Wo haben sie das gelesen?" kommt manchmal die Nachfrage. "In der Niffnocknuck!" "Ach so!" Jaja, ach so,...du Vollhonk, denke ich dann und das Gespräch ist vorbei. Männer. Ich bin nicht besser, nur zurückhaltender und möglicherweise etwas reflektierter. Die Rollenbilder, mit denen ich aufwuchs, sind genauso krank wie die ganze Scheiße, die daraus gewachsen ist. Ich unterliege nicht dem Irrtum, dass ich frei davon wäre. Der Dreck lauert in uns allen. In diesem Sinne: Immer schön aufpassen und hin und wieder mal fegen und putzen in den eigenen Gehirnwänden, in den Herzkammern und hinter den Seelenkacheln. Nächstes Jahr wird noch scheißer, aber am Ende lacht der Mumpf! Der...was?! Der Mumpf! Ach so!

  • Blödbürger*innen on their way to become totally crackbrained / Ganz guter Artikel von Christian Klemm.
  • 10.12.2019 - Schnellkotztopf

    Schlechte Neuigkeiten aus Venezuela. Mal abgesehen davon, dass das Leben für die meisten Menschen dort eh zu einem harten Überlebenskampf geworden ist, sitzt derzeit auch noch Peter unnötigerweise im Knast. Lest selbst, wenn euch das interessiert:

  • Ende-aus.net
  • Den Arsch hier halbwegs im Trockenen zu haben, ist ein unfassbares Privileg, wenn du dir die Krisen und Kriege weltweit anschaust.

    Wir waren die letzten drei Tage im Studio zum Aufnehmen und hatten eine anstrengende, aber gute Zeit. Es wird 2020 ein neues Album von option weg geben. Wir wissen noch nicht sicher, ob wir es uns leisten können, es als LP und CD herauszubringen, denn bekanntermaßen sind wir nicht berühmt und selbst populärere Bands haben Schwierigkeiten, ihre "realen" Tonträger unter die Leute zu bringen. Vielleicht schon irgendwelche Vorbestellungen hier? Mit Vorkasse eventuell? Die neuen Stücke sind teilweise echt'n Hammer! Ab 100 Bestellungen würde uns die Entscheidung, ob CD/LP pressen oder nicht, sicher leichter fallen. Es könnte ja auch eine einzige Person in Vorkasse zu uns gehen und 100 Lps bestellen oder so! Wären dann 1500 Euro. Schick ma' rüber! Macht das wer? Eher nicht, wa? Dann müssen wir eben weiterpuzzeln. Achtet auf Ankündigungen!

    Was ich auch noch gern wüsste, wäre, wieviele Menschen nun wirklich auf der Klima-Demo in Madrid waren. Es kann doch nicht sein, dass die Teilnehmer*innen-Zahlen zwischen 15.000 und 500.000 schwanken. Was'n da los?! War jemand dabei? Bitte mail an newyok@gmx.de

    Mittwoch 4.12.2019 - Ein Gedicht!

    Rechtsextreme Rechtsanwälte

    Rechtsextreme Rechtsanwälte geh'n in Baden-Baden baden,

    waschen sich die braunen Hälse, schrubben ihre strammen Waden.

    Bleiben dennoch ganz schön schmutzig, denn der Dreck bleibt an ihn' kleben.

    Trotzdem ist es ziemlich putzig, wie sie sich noch Mühe geben,

    sich die Körper reinzuwaschen, kurz bevor sie sterben müssen,

    ihr Klient ist Bombenleger, und so hat es sie zerrissen...

    ...aus Verseh'n, defekter Zünder und gewollt hat's wirklich keiner,

    dennoch ist die Welt seitdem immerhin ein bisschen reiner.

    . . . . . .

    Ort und Handlung frei erfunden. Text von Käpt'n Kakau-Lucky

    Samstag 23.11.2019

    Dieser Sommer ist vorbei!

    Faul der Yok! Schon einen Monat lang den Gedankomaten nicht mehr gefüttert. War viel los gewesen! Klaro, die eigenen Aktivitäten in Form von Lesungen, Taxifahren und Bauklötze staunen, aber auch auf Konzerte gehen und Mülltonnen zutexten, wenn mir danach ist. Ein Freund von mir hat in den Achtzigern immer mit Parkuhren gequatscht, wenn er betrunken war. Wohlgemerkt, nachdem er einen Groschen hineingeworfen hatte. Nun wissen die Jüngeren unter euch vermutlich nicht einmal mehr, was'ne Parkuhr und was'n Groschen ist. Könntajaguugeln! Die Zeit vergeht, das merken alle. Morgen habe ich 35jähriges Bühnenjubiläum (wird nich gefeiert, muss arbeiten!)! Da war ich noch 21, hatte lange Haare und ein paar Visionen mehr in Kopf und Herz. Schon fies, zu sehen, wie die Lebensrealitäten an den eigenen Träumen rumschmirgeln und sich die Härten auch Stück für Stück ins Gesicht brennen. Nichtdestotrotz war da vor einer Woche ein grandioses Konzert im Clash, welches ich mir mit ein paar Freund*innen angeschaut habe. KINA, die ZELLEN und KOYAANISQATSI. Was'n geiler Abend! KOYAANISQATSI klingen mal nach Jens Rachut, mal nach Pascow, mal nach Scheissediebullen oder Versaute Stiefkinder...eigentlich schön, aber das ist für mich leider auch schon das Problem. Habe das Gefühl, dass es von jedem Song ein besseres Original gibt.

  • Hier
  • könnt ihr mal reinhören. Gleich beim ersten Track (1.Oktober)fühlte ich mich so stark erinnert an

  • KINDER KRIEGEN KINDER
  • von Dackelblut. Aber scheiß drauf. Nette Band, kommen gut rüber, alles schnöck. Danach die ZELLEN. War ganz schön überrascht, dass die ehemals GRAUEN ZELLEN wieder am Start sind. Hatte keine großen Erwartungen. Ältere Männer, so wie ich halt. Dachte, da kommt eher was ruhiges, gemäßigtes...Aber denkste. Ein Feuerwerk wurde abgebrannt. Alle Musiker komplett aus'm Häuschen und in Bewegung. Dynamik ohne Ende! Und das Schöne: Die Songs kenn ich ja fast alle von damals. Die ZELLEN haben in der gleichen Zeit agiert wie wir mit TOD UND MORDSCHLAG. Waren nur schon deutlich früher am Start. Was ne tolle Band! So eine klare und tiefe antifaschistische Attitüde! Wow! Und dann KINA: Italienische Punklegende. Hauptzeit wohl 1980er-1990er-Jahre. Entsprechend standen da drei Typen auf der Bühne, die noch ein paar Jährchen älter als ich gewesen sein dürften. Vorne schnelle souveräne Riffs, präzise aufeinander abgestimmt, aber hinten der Drummer war (glaube ich) nicht echt. So schnell kannst du eigentlich in dem Alter nicht mehr trommeln...und dazu dann nochmal schnell den Hauptgesang mit reingehau'n...Alter, wie geht das?! Wenn der wirklich echt war...So will ich auch werden, hihi!! Begeisterung! Habe also doch noch was vor und finde anscheinend auch immer wieder Vorbilder, womit wir wieder am Anfang wären. Von wegen Träume, Desillusionen und Freude etc...Wurde an dem Abend aber auch ein bisschen melancholisch, weil mir bewusst wurde, dass es so ein Revival mit meiner alten Band niemals geben wird. Ernie und Chaim sind einfach mal tot.

    Im Gripstheater hatte ich noch'n Auftritt...mit Lena Stoehrfaktor. Das war ziemlich speziell, aber hübsch. Ein Theater mit 300 - 400 Plätzen, in dem nur 100 Leute sind und ein Besondersmensch, der durchgehend ein Teil der Show mitgestaltet. Der hat immer mal wieder getanzt, geredet und sich ein Bein hinter den Kopf geklemmt. Brauchte Aufmerksamkeit der Gute, denke ich. Aber Lena und icke ja ooch! Eigentlich sind wir doch alle Selbstdarsteller*innen...Hat jedenfalls Spaß gemacht.

    Und noch länger zurück liegt unsere Solibusreise nach Leipzig zur Premiere von GEGEN DEN STROM! Weiter unten findet ihr einen Link zu dem Trailer. Schaut da unbedingt mal rein. Hoffe, dass der Film demnächst auch hier in Berlin und anderswo zusehen sein wird. Geht hin! Lohnt sich echt! Grüße, immer wieder, an Thomas, Bernhard und Peter! Moving on!

    Montag 14.10.2019 - Erdogan ist auch kein Einzeltäter!

    Fassungslos schaue ich zurück auf die letzten Tage, auf die Gegenwart, auf das, was noch alles kommt. Klar, Rojava scheint weit weg, Halle ist näher, aber die Kilometer dazwischen machen nicht den Unterschied. Menschen sterben, weil sie angegriffen werden, weil andere auf sie zielen...ohne Not. Die Ohnmacht, die wir spüren, ist zur Zeit kaum auszuhalten.

    Trotzdem geht alles seinen gewohnten Lauf. Auch bei mir. Mein Auftritt am Samstag im Festsaal Kreuzberg bei der Leftvision-Party war gar nicht gut. OIDORNO und FCKR haben es besser gemacht.

    Meine Lesungen in den Tagen zuvor in Lübeck, Hamburg und Kiel hingegen haben gefallen. Gut besuchte Veranstaltungen, eine Menge Interesse und klasse Leute.

    Übermorgen geht es weiter nach Salzwedel, Frankfurt und Düsseldorf.

    Außerdem möchte ich hinweisen auf einen Dokumentarfilm, der demnächst erscheint. Klickt hier

  • GEGEN DEN STROM
  • und schaut euch den Trailer an. Es geht um unsere abgetauchten Freunde, die Mitte der 1990er-Jahre das Land verlassen mussten. Achtet auf Ankündigungen!

    Weiterkämpfen! Laut sein! Macht euch bemerkbar!

    Samstag 28.9.2019 - Solidarität und Unterstützung

    Liebe Leute, ich leite mal einen dringenden Spendenaufruf weiter. Sicher kennen viele die großartige Gruppe KUMBIA QUEERS. Ein Mensch von ihnen steckt in echten Schwierigkeiten und braucht Hilfe. Am Ende findet ihr den Link zu einer Website, aber lest erstmal, worum es genau geht.

    Flor Linyera muss gerade durch sehr turbulente Zeiten gehen, was ihre Gesundheit angeht. Nach 64 Tagen Tour mit den Kumbia Queers in Europa, wurde sie in ein öffentliches Krankenhaus in Barcelona eingeliefert und am Darm notoperiert.

    „Nach 20 Tagen im Krankenhaus, zwei Notoperationen und einer weiteren Einlieferung wegen Komplikationen, wurde ich jetzt entlassen. All das hieß, dass zwei Personen aus Argentinien kommen mussten, um sich um mich zu kümmern, mir im Krankenhaus zur Seite zu stehen und sich während des Heilungsprozesses danach um mich zu kümmern, weil ich gerade nicht alleine sein darf. Diese Situation wird sich noch mehrere Monate hinziehen, während derer ich in Barcelona bleiben muss, weil ich noch nicht in der Lage bin, ein Flugzeug zu besteigen. Außerdem werden sie in der Zeit verschiedene Kontrollen und Untersuchungen machen und in einigen Monaten muss ich mich in dem Krankenhaus, wo ich operiert wurde, einer weitere Behandlung unterziehen.

    Dazu kommt, dass wir für Taxis zahlen müssen, für Arztrechnungen, Behandlungen und unglaublich teure Medikamente.

    Jeden Tag werden es mehr Rechnungen, die wir uns nicht leisten können. Außerdem habe ich im Moment natürlich keine Möglichkeit aufzutreten oder in anderer Form zu arbeiten, um an Geld zu kommen.

  • Hier geht's zur entsprechenden Crowd-Founding-Seite!
  • Jede Unterstützung, jede Spende ist willkommen und wird mir helfen, diese schwierige Zeiten zu überstehen. Vielen Dank für die ganze Liebe, die ihr mir in diesen Zeiten schickt. Ich umarme euch alle!“

    Mittwoch 11.9.2019 - Vielleicht ist da Fett im Kopf!

    Nach dem Joggen durch den Park tanzt mein Puls Pogo, ich bin außer Atem und mein ganzer Körper ist erhitzt, nur mein Bauch ist eiskalt. Das war früher nich'. Aber gut, früher bin ich auch drei Runden gelaufen, heute nur noch eine. Früher hatte der Bauch also auch ein bisschen mehr Zeit, sich zu erhitzen. Nee,...falsch! Zu der Zeit hatte ich ja noch gar nicht den Bauch, den ich jetzt habe. Früher war der kleiner, ganz früher hatte ich gar keinen. Also jedenfalls ist der jetzt immer sehr sehr kalt nach'm Laufen. Das kann aber durchaus praktisch sein. Stell dir vor, du hast mich zum Kaffee eingeladen morgens um achte, hast dir extra den Wecker gestellt, aber der ist dir dann dummerweise beim Klingeln direkt vom Schrank auf's Ohr geplumpst. Aua! Und dann jaulste, kochst trotzdem Kaffee und dann komm' ich direkt vom Joggen. Und dann kannste dein Ohr auf meinem Bauch kühlen. Yeah! Tricky!

    Natürlich habe ich mich auch gefragt, warum das so ist. Ich glaube erstens, dass die Laufmuskeln das Blut mehr brauchen als der Bauch und zweitens wird Fett wahrscheinlich eh nicht so gut durchblutet. Und das wiederum hat in mir die Frage aufgeworfen, ob Menschen, die dumme Sache sagen oder einfach nur ziemlich unreflektiert daher kommen, vielleicht immer kalte Köppe haben. Weil, wenn da nicht genug Blut durchfließt oder da alles voll mit Fett ist, dann funktioniert das Gehirn ja auch nicht so gut. Und dann dachte ich, dass das ja mal eine ganz neue These wäre, warum es soviele Rechtsextremist*innen gibt. Haut aber nicht hin, weil die meisten vermutlich sehr wohl wissen, was sie sagen, tun, wen sie wählen und wen sie warum hassen und herabwürdigen. Davon sollten wir ausgehen, egal wie fettig oder unbenutzt die Köppe dieser Pöbelakrobaten sind. Und dennoch, warum ähnelt das Innerste dieser Rechstextremist*innen-Köppe so sehr dem Innersten von

  • Psychopathenköppen? Hier ein Test!
  • Hoffe, ihr habt euch jetzt nicht erschrocken über diese plötzliche Wendung im Text. Was es zeigen soll, ist, dass Rechtsextremismus gefährlich ist und jede Menge verachtendes Gewaltpotenzial in sich birgt.

    Fette Ansage, wa?!

    Nommaal Digga!

    Bei der nächsten Anti-Nazi-Demo einfach mal mit ausgestreckter Hand auf die betroffenen Deutschbürger zugehen und fragen, ob du mal anfassen darfst...an Kopp...Kommt besonders gut im weißen Kittel. "Ich kann Ihnen helfen! Glauben Sie mir! Sie sind schwer krank!" Sollte es zu ungewollten Auseinandersetzungen kommen, selbst den Psychpathen mimen, zum Beispiel einen Kugelschreiber aus der Tasche ziehen und laut brüllen: "Damit kann ich euch alle wegexplodieren!!!" Fertig!

    PS: Der Psychopathentest bescheinigt offenbar niemandem, dass er oder sie eine Psychopathin ist. Gute Welt!!

    Montag 26.8.2019

    Von der Wechselseitigkeit des Respekts

    Wie schön war das denn? Gestern die Lesung in Rostock im Peter Weiss Haus bzw. im Biergarten davor. Alles begann im Vorfeld eigentlich ganz gut, aber dann sehe ich, dass es ein paar Tage vorher immer noch keine Ankündigung auf der Website des Veranstaltungsortes gibt. Auf facebook wird das fix nachgeholt und auf der normalen Website erscheint der Termin endlich auch, aber erst zwei Tage vorher. Pennplatzkommunikation ist leider auch nicht so, wie ich mir das gewünscht hätte. Es gibt zwar das Angebot, dass eine Pension gebucht werden könnte, aber das klingt für mich öde und unattraktiv. Einen finanziellen Deal hatte ich gar nicht verhandelt. Spendenbasis für die Leute, die kommen und die Einnahmen, die über die Bücher reinkommen, teile ich mir mit dem Buchladen vor Ort,

  • Sequential Art!
  • den ich hiermit wärmstens weiterempfehlen möchte. Ich beschließe also vorher, nach der Lesung wieder nach Berlin zu fahren und fahre entsprechend nicht mit den besten Erwartungen ins Peter Weiss Haus. Komme 2 Stunden vorher an, und erstmal ist keine/r wirklich da, der/die sich um mich kümmert. Nix aufgebaut von wegen Technik und so. Ganz normaler Biergartenbetrieb. Ich laufe 4x, um mein Zeux aus dem Auto zu laden und in einer Ecke abzustellen, die so aussieht, als könnte da die Lesung stattfinden. Dann bereite ich die Lesung vor. Immer noch alleine. So ist das eben manchmal, wenn du solo unterwegs bist. Wenn du Pech hast, hilft dir keine/r.

    Aber dann wird alles anders. Zwei freundliche Kerle kommen auf mich zu und stellen sich vor, als die, die sich jetzt kümmern. Sofort fühle ich mich gut aufgehoben und willkommen. Wir gestalten die Bühne und ich bekomme viel Gastfreundschaft zu spüren. Und währenddessen füllt sich so ganz langsam und allmählich der Biergarten. Die ersten Leute kommen und wollen schon mal ein Buch, sagen nette Sachen zu mir und tragen Vorfreude in sich. Als ich gegen 19:45 beginne, sind so 100 Leute am Start, die mir alle aufmerksam zuhören. Wow! Draußen, in einem Biergarten! Es macht richtig Spaß, hier zu lesen. Natürlich darf das Kapitel über die Vorkommnisse in Rostock-Lichtenhagen 1992 nicht fehlen. Hier wird es zum ersten Mal spürbar emotional. Es sind viele alte Quetschenpaua-Fans hier, viele geboren in den 1970er-Jahren. Hinterer erzählen mir einige über die Bedeutung meines Wirkens in ihren Leben und dass es ein wichtiger Teil ihrer Sozialisation war. Eine Frau sagt, dass ich das nicht kleinreden soll, ich wäre damals ein Anker für sie gewesen in einer Zeit, als das Umfeld sich fast nur noch rechts anfühlte. Mehrere Menschen tragen mir in einer sehr zugewandten Art und Weise solche kleinen Anekdoten und Gefühle mit, als sie an meinem Tisch das Buch kaufen. Ich bin berührt davon. Der ganze Abend fühlt sich sehr besonders und einmalig an. Hier wird miteinander etwas verhandelt, was wir zusammen erlebt haben. Und genau dafür habe ich das Buch auch geschrieben. Es ist die Wertschätzung und die Achtung davor, grade geblieben zu sein...so gut es eben ging und geht. Es ist UNSERE Community, die sich hier versammelt, die spürt, dass sie richtig liegt, sich nicht dem rassistischen Konsens anzuschließen. Wir halten dagegen und...wir haben eine gemeinsame Geschichte. Darauf lässt sich aufbauen. Wir gehen weiter. Es mag abgedroschen klingen, wenn ich mich an dieser Stelle nochmal ausdrücklich für den intensiven Abend bedanken möchte, aber für mich war das wirklich außergewöhnlich. Nicht zuletzt deshalb habe ich hinten raus noch zwei "Zugaben" musikalisch zum Besten gegeben.

  • Sinn
  • und die

  • Punkrocksonne
  • Zuguterletzt erhalte ich noch eine Fahrtkostenpauschale aus einem Kulturtopf, die Spendenkasse füllt sich und der Buchladenmann verzichtet auf seine Verkaufsbeteiligung. Eigentlich fast zuviel des Guten.

    Auf der dreistündigen nächtlichen Rückfahrt kämpfen Endorphine und Adrenalin gemeinsam erfolgreich gegen die einkehrende Müdigkeit, welche ihrerseits heute dafür sorgt, dass ich drei Stunden länger schlafen konnte als gewöhnlich. Ich freue mich auf die nächsten Lesungen. Guckst du Termine und kommst vorbei!

    Montag 5.8.2019 - Yok goes electro!

    Zaffönk! Zurück aus Bayern! Habe da auf'm Klangtherapie-Festival gespielt. Plankenfels kurz vor Nürnberg. Drei Bühnen. Hauptbühne, Basstempel und ich fand mich dann auf den erhöhten Brettern im Zauberwäldchen wieder. 21 Uhr Samstag Abend. Habe vorher schon gewusst, dass das besonders wird. Letztes Jahr hatte ich abgesagt, weil da offensichtlich sogar nix in meiner Richtung lief. Kein Punk, kein politischer Gesang, keine offensichtlich politische Initiative. Also was soll ich da? Als die Veranstalter*innen in diesem Jahr wieder anfragten, hatte ich ein ähnliches Fragezeichen überm Kopf, weil sich die Schwerpunkt-Electro-Attitüde eigentlich nicht geändert hat. Was halt passt, ist die klare antirassistische, antisexistische und ökologische Ausrichtung, auf die Wert gelegt wird. Und irgendwie find ich's ja auch gut, dass so ein Festival sich dann auch für neue Einflüsse öffnet und mich explizit einlädt. Also Gage abgeklärt und hin.

    Alles gut organisiert da. Sehr zugewandte und freundliche Menschen...fast schon zu freundlich. Spirituell positiv. Über der Hauptbühne prangt in fetten Lettern BEAUTIFUL WORLD, und zwar nicht als Transparent, sondern fest installiert als Leuchtschrift. Klassische politische Stände entdecke ich nicht, dafür aber jede Menge Nachhaltigkeit in Essen und auch sonst. Viele Barfußmenschen. Ich schlendere gegen 17 Uhr das erste Mal über das Gelände. Die Bässe wummern hier 24 Stunden rund um die Uhr. Ich suche gezielt nach politischen Botschaften, die Leute z.B. auf Shirts mit sich rumtragen und finde fast nichts. Einmal DROP BEATS NOT BOMBS!, einmal ANTIFASCHISTISCHE AKTION, einmal die Behauptung, dass Revolutionäre nicht sterben würden. Na,...ich weiß ja nicht. Markenklamotten gibt es aber auch nicht viele hier. Ein schlichter Hippielook oder "normale Klamotten" bestimmen das Bild. Auf dem Programmzettel finde ich nur einen einzigen Act, den ich kenne: STEREO TOTAL. 23Uhr auf der Hauptbühne. Freu mich drauf. Ansonsten beobachte ich skeptisch + aufmerksam, was auf der Bühne passiert, auf der ich später auftreten werde. Habe die stille Hoffnung, dass da vielleicht vorher schon etwas punk- oder songmäßig passiert und der Bruch dann nicht so groß ist, wenn ich mit meiner Quetsche den Barden mime, aber nee,...eher im Gegenteil...Direkt vor mir, ein Duo, die fast 90 Minuten so Trance-Electro-Sound machen. Er hinterm Laptop in der Bühnenmitte vorne an der Front hinter einem vier Meter breiten Tisch und sie daneben am Rand hinter einem Gesangsmikrostativ gequetscht. Diese Aufteilung symbolisiert für mich perfekt das Patriachat. Er im Mittelpunkt, wichtig, sie an der Seite, Beiwerk. Merkwürdig, dass die beiden nicht auf die Idee kommen, sich die Bühne gleichberechtigt zu teilen, so wie es beispielsweise STEREO TOTAL ganz selbstverständlich machen. Wie auch immer, vor dieser Combo spielte BIRD BERLIN, zwei DJs mit druckgleichen Shirts ohne Inhalt, die im Wesentlichen das machen, weil der Einzel-DJ davor auch gemacht hat: Gut drauf sein, an Knöpfen drehen, Regler schieben und dazu rumzuzappeln und lächeln. Echte Gutelauneverbreiter, das ist ihr Job. Nicht mehr, nicht weniger. Mehr würde auch stören, so mein Eindruck.

    Okay, und dann komme ich. Die Technikleute sind zugewandte und freundliche Männer, die ihren Job professionell machen. Es gibt keinen Soundcheck, aber alles ist mehr oder weniger am Start und ich beginne mit "Good evening ladies and gentlemen, queers and punks and penguins! Hello Electrofreaks, antifascists, anarchists, dentists, teachers, hippies..." Die ersten schmunzeln. Ich spiele

  • ANLAUF
  • als Intro, vergesse direkt zwei Strophen am Anfang,...merkt natürlich niemand. Ich entertaine ein bisschen, quatsche und spiele Songs an der Quetsche. Vielleicht so 100 Leute vor der Bühne, locker verteilt. Bei den Acts vorher waren es vielleicht so 150. Mäßiges Interesse, aber auch sichtbar so 10 - 20, die sich den Arsch abfreuen, dass ich da bin, was mir einige hinterher auch durchaus noch zutragen ("...ich bin vor 15 Jahren das erste Mal mit deiner Musik in Berührung gekommen und seitdem habe ich radikal mein Leben verändert!"). Der Auftritt läuft eigentlich ganz gut. Mit meinen Beats kriege ich erwartungsgemäß noch mehr Leute ran. Ich greife ein bisschen in die Routinekiste und liefere halbwegs professionell ab. Alles nicht supergeil, aber eben auch nicht superscheiße. Nach einer Stunde spiele ich als letzten Song

  • WENN ICH ERSTMAL TOT BIN
  • und gehe ab. Eine Zugabe wäre drin, aber es sind keine 100 Leute, die das wirklich wollen, also lass ich es. Überhaupt: Ein sehr konsumorientiertes Publikum hier, wie ich finde. Auch bei STEREO TOTAL später sind vor der Hauptbühne nur 300 - 400 Leute versammelt. Begeisterung und Vorfreude sehen anders aus. Die Leute essen das, was auf'n Tisch kommt. Der Minimalkonsens sind irgendwelche Bässe und Beats. Ich schaue mir STEREO TOTAL schon beim Aufbauen an. Bin beruhigt, dass sie den gleichen angestrengten Eindruck machen, wie ich selbst, wenn ich/wir die Bühne vorbereite/n. Die beiden sympathischen Menschen, Francoise und Brezel (12.9.2019 Festsaal Kreuzberg) sind beide ein kleines bisschen jünger als ich und bieten eine recht unspektakuläre Show. Der Sound fällt gegen das übliche Gewommer des Festivals etwas ab, aber die Stimmung schwappt in einzelnee Ecken des Publikums durchaus über. Erstaunlich: Viel mitgesungen wird nicht. Auch nicht bei ihren Hits.

    So ist das, denke ich. Hier läuft über drei Tage ein musikalisches Buffet, an dem die Leute permanent vorbeilaufen und sich häppchenweise bedienen. Nie haben sie das Gefühl, dass sie irgendetwas versäumen. Eine gewisse Beliebigkeit. Irgendwann fällt mir auf, dass es auch keine Tonträger zu kaufen gibt. Klaro,...sind ja fast nur DJs hier. Ich habe zwei Platten an einen sehr betrunkenen Mann verkauft und noch eine an jemanden, der eigentlich kein Geld hat. Das war's. Nach ein paar Bier und ohne, dass mich noch jemand angequatscht hätte, schlurfe ich zu meinem Bus und lege mich rein. Die Bässe wummern mich in den Schlaf und mit ihnen wache ich gegen neun Uhr morgens auch wieder auf. Normalerweise wäre ich für deutlich weniger Geld drei Schichten mit der Taxe unterwegs gewesen an diesem Wochenende. Eine schöne Abwechselung war das also, aber den Sinn des Ganzen muss ich noch erkunden...

    Sido und Monchi (FSF) haben ein Video zusammen gedreht. Kann mir das wer erklären?

    Mittwoch - 17.7.2019 - Entdecke die Möglichkeiten!

    Wow, wir haben eine neue Verteidigungsministerin! Ursula macht jetzt nämlich lieber Europa und da ist Annegret schnell mal in die Bresche gesprungen. Finde ich super, weil es doch zeigt, dass du alles erreichen kannst, wenn du es nur wirklich willst! Politiker*innen sollen ja schließlich auch Vorbilder sein und den Menschen zeigen, dass sie Dinge tun können, von den sie eigentlich kleine Ahnung haben. Und deshalb fange ich morgen eine Halbtagsstelle als Neurochirurg an. Das mache ich immer von 6 - 12 im Krankenhaus und in der zweiten Tageshälfte trete ich als jonglierender Hochseilartist im Zirkus Roncalli auf. Wird schon schiefgehen, ich habe gute Berater und Experten um mich rum. Freue mich richtig auf diesen neuen Lebensabschnitt. Annegret bestimmt auch! Toll! Und Ursula freut sich sichtlich über den neuen Job. Hach! Soviele Möglichkeiten, die wir haben. Du mussst es nur wollen. Ich war eben draußen und habe mit den Müllwerkern auf der Straße geredet. Die gehen morgen ins Management von BMW. Da ist der Verdienst besser und sie können morgens länger schlafen. An meinem Fenster flogen eben die Nachbarn vorbei. Die sind jetzt Hubschrauber. Läuft alles super im Land!

    Bei den Festivals der extremen Rechten in Ostritz und Themar haben die Bullen weitestgehend den Alkoholkonsum der angehenden und/oder überzeugten Faschistenmänner und Faschistenfrauen verhindert. Die Cops standen da überall als Spaßbremse auf den Veranstaltungsplätzen rum. Das hat mit Sicherheit richtig genervt, aber meine Schadenfreude hält sich in Grenzen, weil ich zu gut weiß, dass uns das Gleiche passieren kann, wenn wir dem Staat zu bestimmten Zeiten ein Dorn im Auge sind.

    However, den Nazis hat das geschadet und das ist okay so. Und was einige von denen so am Rande zu Journalist*innen gesagt haben,...o weia! Das ging von sehr dumm bis peinlich hin zu "Jau, ich bin ein gewalttätiges menschenverachtendes Arschloch!" Ey, und was für Shirts da offen getragen wurden...Nix Neues, aber wieder alles dabei von "I love HTLR", "ennes" über "heilfroh" bishin zu "Rassist". Und das Tolle ist, dass sie auf Nachfragen dann doch immer alle behaupten, dass sie ihre Meinung nicht sagen dürften. SS-Festival...Schwert und Schild, klaro! Keiner stellt sich hin und sagt, dass mit 88 natürlich Heil Hitler gemeint ist, mit 33 der Beginn der NS-Diktatur. Wer A sagt muss auch Dolf sagen,...ach weißte... Meine Bitte: Was soll die ganze Verschlüsselung? Sprecht aus, dass ihr Nationalsozialisten seid, Diskriminierung und Ausgrenzung super findet, bestimmte Menschen ins Gas schicken würdet oder ihnen anderweitig den Tod wünscht. Das ist der Tenor und die Haltung dieser Festivals. Bands wie die Lunikoff Verschwörung oder Kategorie C untermauern das textlich deutlich. Ihr seid hauptsächlich weiß und männlich, der Begriff Herrenrasse passt ganz gut. Es sind nicht die Medien, die euch zu dem machen, was ihr seid oder sein wollt. Ihr macht es selbst. Kein Benehmen, keinen Anstand, kein Herz, keinerlei Blick für Andersdenkende, Hass, Hetze, Gewalt. Und das feiert ihr. Glückwunsch!

  • Nehmt den Faschisten alles weg!
  • Heute ist der 60ste Todestag von Billie Holiday! Sie hat Rassismus erlebt, wurde teilweise nicht in die Clubs gelassen, in denen sie auftreten wollte, weil sie schwarz war. Ein beeindruckender Song dieser Zeit ist

  • STRANGE FRUIT
  • Billie Holiday starb im Alter von 45 Jahren

    Sie wird nicht vergessen! Es liegt an uns.

    Mittwoch 3.7.2019 - Beim Rausgucken mal Reinhören

    Fenster auf, Kissen auf die Fensterbank, Ellenbogen nach vorne zum Abstützen, Straße beobachten, den Bäumen beim Schaukeln zusehen, mit den Vögeln sprechen, den Blättern zuwinken, Papierflieger auf die Reise schicken und

  • diese Musik
  • dabei hören.

    Guten Tag!

    Dienstag 11.6.2019 - Geh arbeiten!

    Lesetour vorbei. War jut jewesen!

    Am Anfang erstmal Festivalauftritt im weißen Moor. Die Veranstalter*innen hatten extra eine Scheune auf ein Boot gebaut und es in 20 Metern Höhe zwischen die Bäume gehangen. Da war dann auch die Bühne gleich umme Egge! Viele Zuhörer*innen und ein paar Punk-Lemuren klatschten heftigen Kompost! In Lüneburg habe ich am Baggersee gelesen...gedanklich...War warm jewesen. Kaum Leute da, deshalb habe ich einen Erdbeerwärmungs-Workshop gegeben mit echten Kartoffelverdunstern! Kam gut an! Keks besucht in Duisburg. Buch verschenkt und Musik gehört. Dufte. Tagada Jones kennengeelernt. Dann Kassel. Hee hee, das nenn' ich ja fast schon "Bude einjerannt"! Herzlichen Dank den Zugewandten! Da könnt ihr euch das Buch nu ooch inne Uni-Bibliotheke ausleihen. Hat Daniel jemacht! Juter Junge! In Marburg L.C. besucht und jedartet und in Hofladen jewesen. 5 Flaschen Milzdrüsensekret jekooft und anjezündet. Wat'ne Flamme! Dann Nürnberg. Hopplahopp! Über 20 Leute und einige wenige Punk-Lemuren für immerhin 8 - 10 Euro Eintreten. Ick kam umsonst rin. Inne Pension jenächtigt. Schön schmuddelig da, extra wegen mir wahrscheinlich! Quietschebett und Essensreste inne Fernbedienung vom Stapelholzorganizer. Und dann Greiz. Ooch schön. Erstma' Jarten rumjesessen mit die Kollejen. Dann mal langsam los inne Vereinshütte. Jenausoviel Publikum wie in Nürnberg. Aber in Greiz wohnen nur ein 25stel der Einwohner*innen im Vergleich zu Nürnberg. Wäre Greiz also so groß wie Nürnberg, wären etwa 600 Leute da jewesen. Kuul! War aber leider nich'. Da hatte ich echt Pech quasi! Ansonsten schöne Zeit jehabt mit all die netten Menschen und Maschinen! Habt Dank und Freud euch!!

    Samstag 1.6.2019 - A und f stehen für aufkommender Faschismus

    Bin auf Tour die Welt retten. Bisschen lesen, bisschen Musik machen. Lasst euch mal blicken!

    Mittwoch 8.5.2019

    Polizei sucht neues Betätigungsfeld im Festivalbereich

    Alles anbieten!

    Upps! Nun will die Polizei auch mal bei der Fusion mitmachen. Wollen da ne Wache auf'm Gelände haben! Noch alle Tassen im Schrank? Da seien immer soviele Extremisten und Gewaltbereite auf dem Festival heißt es unter anderem. Jau man, und was genau haben die da in den letzten 20 Jahren gemacht?! Auf einem der friedvollsten Festivals überhaupt? Lässt sich nur vermuten, dass irgendwo in der Polizeiführung oder in der Politik ein Interesse besteht, einem der letzten selbstorganisierten linken Festivals mit politischem Anspruch und eindeutiger antifaschistischer Attitüde zu schaden. Wir sollen uns daran gewöhnen, dass die bestimmen, was zu laufen hat und wie es läuft. Es gibt ne Petition im Netz, die ihr unterschreiben könnt, wenn ihr nicht einverstanden seid.

    Ansonsten rückt der Tag meiner ersten Lesung näher. Noch zwei mal gehe ich vorher auf die Bühne. Einmal solo übermorgen in Lübeck und dann am 18.5. mit option weg auf dem Reichenbergerstraßenfest in Berlin abends. Und dann ist es soweit am Sonntag im Mehringhof bei den linken Buchtagen. Scheiße bin ich aufgeregt. Und um euch neugierig zu machen, sage ich schon mal: Vorsicht, Yoks Autonomografie enthält unter anderem auch Spuren von Hinweisen auf: AC/DC, Adam Angst, Alice Cooper, Anarchist academy, Angelic upstarts, Angeschissen, Anneliese Rothenberger, Annette Humpe, Antikörper, Antitüde, Antitainment, Attila the stockbroker, Atze Wellblech, Bap, Bad Religion, Bambule, Banda Bassotti, Ben Guri, Bertolt Brecht, Bilderbuch, Blind und blauäugig, Bob Dylan, Bob Marley, Böhse Onkelz, Brot und lila Rosen, But alive, Campino, Carolin Kebekus, Chaos one, Chaos Z, Cecilia, College of hearts, Cor, Crass, Charly Schreckschuss Band, Che Sudaka, Chuck Berry, Chumbawamba, Crosby Stills Nash and Young, Cyndi Lauper, Dackelblut, Daisy Chain, Daniel Goldhagen, Deep Purple, De Höhner, Die 3 Tornados, Die Ärzte, Die Goldenen Zitronen, Die Guten, Die Kranken Schwestern, Die Prinzen, Die Toten Hosen, Dritte Wahl, Dziuks Küche, E-Egal, Egotronic, Eisi Gulp, Element of crime, Elf, Ella Fitzgerald, Emil Luckhardt, Eric Petersen, Eugene Hütz, Extrabreit, Faltsch Wagoni, Faulenza, Fee, Fidl Kunterbunt, Finna, Feine Sahne Fischfilet, Fettes Brot, Flexicute, Flora Frauenchor, Fortschrott, Frank Sinatra, Franz Josef Degenhardt, Frei.Wild, Friedemann, Früchte des Zorns, Fuckin' faces, Funny van Dannen, Gary and the pacemakers, G.A.S. Hausband, Geigerzähler, Georg Danzer, Gerhard Gundermann, Gogol Bordello, Graue Zellen, Grauzone, Günther Jauch, Hannez übern Zaun, Hape Kerkeling, Hässlich willkommen, Hass, Heart-Chor, Heinz Ratz, Heiter bis Wolkig, Herbst in Peking, Hermann van Veen, Hörzu, Ideal, Jan Delay, Jango Edwards, Jello Biafra and the Guantanamo school of medicine, Jens Rachut, Jesus Skins, Joe Strummer, John Lee Hooker, Kaizers orchestra, Kapitulation B.O.N.N., Karl Heinz Feuermelder und die durchgeknallten Brandstifter*innen, Keny Arkana, Kettcar, Kevin Coyne, Kinks, Klaus der Geiger, Kleinschmidts, Knarf Rellöm, Knochenfabrik, Kölner Straßenmusikanten, Konny, Konstantin Wecker, KRS One, Kurt Tucholsky, Laut und Lästig, Lemmy, Leo Bassi, Leo Sayer, Les Humphries Singers, Lou Reed, Los Fastidios, Manni Hoppe, Mark Forster, Max Czollek, Max Griesinger, Meat Loaf, Mek Bochum, Merle, Microphone Mafia, Miki Malör, Milch und Blut, Milli und Molli, Ministry, Mischief Brew, Moscow death brigade, Motörhead, Müllers Kampfkapelle, Muff Potter, Mutabor, Narrkose, Nena, Nina Simone, Noddy Holder, No means no, No respect, Notgemeinschaft Peter Pan, Ötte, Oi Polloi, Oliver Polack, Oma Hans, Option weg, Pascow, Patsy L'amour LaLove, Pat the bunny, Patti Smith, Paulas letzte Chance, Peter Alexander, Pink Floyd, Pfuri Gorps und Kniri, Poison girls, Propagandhi, Quetschenpaua, Rage against the machine, Ramones, Rantanplan, Rest in Risiko, Revolte Springen, Rocko Schamoni, Roger Whittaker, Rosenstolz, Rotes Haus, Rutger Hauer, Rut Randale, Safety first, Scheissediebullen, Schimmel, Schleimkeim, Schröder Roadshow, Sedlmeir, Sex Pistols, Seyfried, Sham 69, Simon and Garfunkel, Slade, Sleaford Mods, Slime, Song X, Strom und Wasser, Talco, Terra, The Adicts, Theatre du pain, The Baboon Show, The Clash, Thees Uhlmann, The Godfathers, The Mighty mighty Bosstones, The movement, The pig must die, The Sensitives, Thomas Pigor, Tim Bendzko, Tischlerei Lischitzki, Tod und Mordschlag, Tommi und das mobile Einsatzorchester, Tom Robinson Band, Tom Waits, Ton Steine Scherben, Torfrock, Toxoplasma, Trio, TV Smith, Type o negative, Udo Lindenberg, Uriah Heep, Versaute Stiefkinder, Violent affairs, Vogelsang, Wahre Schule, Wanda, Waving the guns, Whitesnake, Wiglaf Droste, Wir sind Helden, Wizo, Wolfgang Niedecken, Wonach wir suchen, Wonk unit, Woodie Guthrie, Yörkkordeon, Yok, Yok'n'hell, Zapperlotti, Zerreißprobe, ZSK.

    Kommt gerne vorbei. Alle Termine findet ihr bei meinen Terminen! Sehen uns!

    Verwirrte Fantasten - Freitag 3.5.2019

    Einen verwirrten Fantasten hat unser Verkehrsscheuerlappen die Jusocke Kevin Kühnert genannt. Und die eigenen Genoss*innen vonne SPD stimmen ein und hauen nochmal kräftig drauf. Und alles nur, weil er völlig richtig bemerkt hat, dass das mit dem Kapitalismus nicht so dolle ist, Wohnraum sei keine Ware und große Unternehmen sollten kollektiviert werden...Jau! Ungewöhnlich für so einen Parlamentarier, aber erfrischend für mein Herz und meine Seele. Mal sehen, ob er nun austritt aus dem Verein oder ob er es so macht wie einst Ströbele bei den Grünen. Immer nochmal Frontalopposition gegen die eigenen Parteimitglieder bei wichtigen Fragen und aber in der Partei bleiben mit Narrenbonus. Ströbele hatte allerdings den Vorteil, dass er meist ernst genommen wurde. Kevin Kühnert ist dafür vielleicht noch zu jung. Und das schreibe ich nicht, weil ICH denken würde, dass das so richtig sei, sondern weil es halt so läuft. Kenne ich aus eigener Erfahrung als Taxifahrer. Je älter ich werde, desto mehr werde ich respektiert, wenn ich mal was radikales raushaue. Ist so und passt dann auch!

    Ach hey, Andreas Scheuer: Mit deinen Eckpunkten zur Personenbeförderung rationalisierst du gerade Arbeitsplätze oder wahlweise Mindestlöhne weg. Mach' ma'! Uber hat weltweit schon Jobs zerkloppt und Taxifahrer*innen in den Ruin getrieben. Der freie Markt wird es regeln, klaro. Er wird die Reste des Sozialstaates einfach unter den Teppich kehren, auf welchem der Neoliberalismus dann seinen Tisch für die Reichen deckt. Aber hey, bevor wir total am Arsch sind, klirren hier mindestens noch'n paar Scheiben. Das ist keine Ankündigung oder Drohung, nur ne Vermutung. Aus Unzufriedenheit und Fremdbestimmung wächst immer Zorn, im besten Fall auch politische Organisierung und Widerstand. Move!

    Samstag 27.4.2019 -

    Liebe little Criminals! Es ist wieder soweit. Der 1.Mai steht vor der Tür! Überall auf der Welt werden sich Menschen versammeln, um ihre Anliegen in Form von Demonstrationen und Protesten auf die Straße zu tragen. Auch in Berlin gibt es zahlreiche Möglichkeiten, sich zu beteiligen. Bitte meidet dabei das Myfest in Kreuzberg, es sei denn, ihr habt lediglich Bock auf Saufen und fettes Gedränge inmitten von amüsierwilligen Leuten, denen politische Anliegen nicht sonderlich wichtig sind. Dieses "Fest" ist eine Idee des Senats, um zu entpolitisieren, zu befrieden und zu vereinnahmen. In dem Aufruf findest du mittlerweile sogar so einen fiesen Begriff wie "Heimat". Und Genderendungen, die mittlerweile selbst die CDU akzeptiert, scheinen den Initiator*innen fremd zu sein.

    Vielleicht ist ja die nicht angemeldete

  • Demo
  • in Friedrichshain was für dich. Soll so ab 18 Uhr losgehen.

    Oder aber du machst mal'n Ausflug in den Grunewald. Das muss wohl im letzten Jahr ziemlich lustig gewesen sein, wie ich hörte. Motto:

  • Wo eine Villa ist, ist auch ein Weg
  • Auf jeden Fall gibt es hier ein ganz hübsches Kulturprogramm, unter anderem mit Geigerzähler und The incredible Herrengedeck.

    Wer es gerne politisch etwas prägnanter hat, fährt nach Pankow. Dort versucht die AFD, ein Fest zu veranstalten und hunderte von Pöbler*innen sind sicher gern gesehen. Scheiß-Faschopack!

  • Kein Wenn und Aber!
  • Zuguterletzt noch der Verweis auf die Seite

  • Hände weg vom Wedding!,
  • die ein paar Termine im Überblick zeigt und unter anderem an den Blutmai vor 90 Jahren erinnert, an dem die Polizei etliche Menschen niederschoss und tötete. Ganz subjektiv finde ich diese Veranstaltung eine der wichtigsten an diesem Tag.

    Lasst euch nicht einschüchtern, egal wo ihr hingeht. Wir haben ein verdammtes Recht, zu erinnern und gegen Faschismus, Rassismus, Kapitalismus etc. auf die Straße zu gehen! Don't fool around like everyone!

    Montag 15.4.2019 - Poesiealbum

    "Mach es wie die Sonnenuhr, zähl die heit'ren Stunden nur!". Kennt ihr solche Sprüche? Gibt es überhaupt noch Poesiealben? Ich hatte als Kind mal eins. "Sei wie das Veilchen im Moose, sittsam, bescheiden und rein! Und nicht wie die stolze Rose, die immer nur bewundert will sein!". Hach! Was bin ich denn für'ne Blume? Ich bin ne Wunderblume, ich wunder mich ja andauernd. Funderplume! Meine Freund*innen von Früchte des Zorns veröffentlichen in Kürze eine CD mit dem Namen POESIEALBUM. Und um euch neugierig zu machen, haben sie ein kleines Promotion-Video rausgehau'n. Und hey, es ist eigentlich kein Album von den Früchten, es sind ihre Songs, aber in allen möglichen Bearbeitungen und Facetten von ihren Freund*innen gesungen und aufgenommen. Bunte Mischung, echt gut geworden. Guckste und hörste hier:

    Donnerstag 28.3.2019 - Horizonterweiterung

    Hey ho! Bevor ich gleich nach Hamburg aufbreche um heute abend im Gängeviertel aufzutreten und morgen in Husum, möchte ich euch noch gerne mit etwas Musik versorgen. Habe eine Playlist bei Spotify angelegt mit mittlerweile über hundert kuulen Songs. Und das Schöne ist, dass jede Band nur einmal auftaucht. Wenn ihr also die nächsten zehn Stunden nix vorhabt, macht mal die Boxen laut und

  • klickt hier!
  • Schickt mir gerne Rückmeldungen oder Tipps, was ihr selbst so hört und empfehlen könnt!

    Dienstag 12.3.2019 - Schön wütend!

    Boah, war das Konzert im Mensch Meier klasse! Anlässlich des Frauentages machte der Laden zusammen mit der KVU-Nachbarin die Türen für einen großartigen Kulturabend auf. Und weil es für ein gemischtes Publikum war, konnte ich auch hin. Möchte euch insbesondere meine Begeisterung für die Bands

  • Erring soda
  • Deutsche Laichen
  • nicht vorenthalten. Kann sein, dass die Musik alleine nicht so mitreißt, wie die Live-Performance, die ich gesehen habe, aber anklicken solltet ihr die Bandcampseiten auf jeden Fall mal. Erring soda spielt sehr eigenwilligen Queercore mit vielen Breaks und schweren schrägen Akkorden. Und wenn das Schlagzeug dann zwischendurch mal Fahrt aufnimmt, hast du das Gefühl, du stehst einen Meter neben den Gleisen und ein Hightec-Zug rauscht mit 300 Sachen an dir vorbei. Bei Deutsche Laichen ist die Attitüde eine rotzige, eine wütende, die deutlich punkiger daher kommt. Musikalisch sehr schnell und präzise. Steckt viel ansteckendes FUCK OFF drin. Hab das gemocht. Danke für den gelungenen Abend. Auf eine der Demos zum 8.März bin ich übrigens nicht gegangen, auch wenn das viele Männer mittlerweile tun. Hat bei mir vor allem den Grund, dass ich weiß, dass viele Frauen das gar nicht so prall finden und sich ein bisschen zurücksehnen nach der Zeit, wo es klar war, dass Männer da nix zu suchen haben. Ich habe diese Zeit miterlebt, fand das immer okay, dass ich da nicht erwünscht war. Mag mich lieber unauffällig solidarisch an die Seite stellen. Punkt.

    Anderes Thema: Die Anti-Gentrifizierungs-Demos, die sich kürlich abschließend auf'm Lausitzerplatz getroffen haben, waren leider alle nicht sonderlich fett. Die größte ging durch Neukölln mit annähernd 1.000 Leutchen, aus Friedrichshain kamen bloß so 200 angeschlappt und Klientel von Potse und Drugstore waren auch nicht viele. Schade ey! Anschließend bei der Abschlusskundgebung, auf der Faulenza, Lena Stoehrfaktor, der Rattenchor und wir mit option weg gespielt haben, wurden es schnell weniger und weniger Menschen. Es war kalt und ungemütlich. Aber auch eine Premiere gab es. Als wir mit dem Bandbus am Nachmittag vorfuhren und auf eine Handvoll Veranstalter*innen trafen, standen da auch schon etwa 10 Cops rum, die so eifrig waren, dass sie in jedes Case unseres Equipments schauen wollten. Auf die Nachfrage, was sie denn darin vermuten würden, meinte einer von den Uniformierten ganz aufgeregt, dass er es schon öfter miterlebt hätte, dass seine Kollegen durch einen Pflastersteinhagel verletzt worden wären. Äh...ja...okay, aber was hat das jetzt mit dieser Durchsuchungsschikane an diesem Ort und zu diesem Zeitpunkt zu tun?! Mit den Veranstalter*innen wurde ähnlich giftig kommuniziert wie mit uns. Und warum machen die das? Weil sie's können und weil sie Bock drauf haben. Da sehne ich mich dann nach Zeiten zurück, wo sie sich das in der Art und Weise nicht getraut haben, weil sie contra bekamen, weil wir gegengehalten haben auf verschiedenen Ebenen. Heute werden die Bullen zunehmend frecher und unverschämter. Hier und da blitzt auch der Herrenmensch wieder durch. Dennoch nervt es mich, wenn trotz unserer offensichtlichen Schwäche alle 15 Minuten irgendwer ins Mikro brüllt, dass sich die Bullen verpissen sollen und dass sie niemand braucht etc...Das geht bei mir manchmal an die Grenze des Fremdschämens, ganz ehrlich. Kannste anders und besser machen und vor allem nicht permanent. Eine ablehnende und straighte Haltung können wir mit vielen Gesten an den Tag legen. Einfach mal ein paar neue Parolen, Sätze, Floskeln, vielleicht sogar mal ein bisschen Humor mit reinzaubern, damit uns auch mal wieder zufällig herumstehende Leute kuul finden. Aber wenn ich hier von "WIR" rede, stimmt das ja auch schon wieder nicht mehr...Es is'n Teil des Problems, dass sich in Berlin alles aufgefasert hat und in Kleinstteile zerfallen ist. Je isolierter die einzelne Gruppe ist, desto wehrloser und wenn dann trotzdem die große Fresse ausgepackt wird, wirds halt schwierig. Alle kennen den Spruch: GROSSE KLAPPE, NIX DAHINTER! Lieber subversive Klappe und viel dahinter...dann packen wir als Band vielleicht ja auch unsere Cases mit Steinen voll statt mit Instrumenten. Wir werden seh' wir werden seh'n!

    Schaut gerne mal wieder auf meine Terminseite. Es kommt einiges in den nächsten Monaten. Freu mich, einige von euch zu sehen!

    Freitag 1.3.2019 - Morgen draußen kalt!

    Option weg Samstag (morgen) uffe Abschlusskundgebung am Lausitzer Platz! Davor Demo gegen Gentrifizierung! Kommste überall hin, biste kuul!

    Donnerstag 14.2.2019 - Mal weggehen!

    Hö ha! Kommste Donnerstag, wa!?

    Jede Band spielt 45 Minuten. Zuerst die Früchte, dann wir, dann Guts pie earshot. Zwischendurch performen Leute im Zuschauer*nnen-Raum und es gibt Artistik uffe Bühne ooch noch...Sunna moderiert! Hinterher kuule Djanes! Und alle drei Bands spielen sogar noch einen Song zusammen,...mehr wird nicht verraten! Schaut vorbei! Wird klasse!

    Montag 28.1.2019 - Gehirnspülmaschine

    Nun ist sie vorbei die Handball-WM. Und die Meuterei-Demo auch. Die WM hatte deutlich mehr Aufmerksamkeit, aber auf der Kiezdemo waren die kuuleren Leute. Die WM war dummerweise lauter. Aber dafür gab es nach der Demo in der Meuterei noch ein paar kurzweilige Konzerte. Geigerzähler hat aufgespielt und gesungen. Relfpolk und Pyro One haben schön was weggerappt in der kleinen Hütte. Dann kam ich und hab mich fast nicht getraut, die Quetsche umzuschnallen, weil da gerade noch die Beats so derbe schepperten, aber hat geklappt und dann gabs natürlich auch noch'n bisschen Yok-Hop! Lena Stoehrfaktor kam auch noch angeflattert und hat Wortsaltos geschlagen. Ein junges Publikum war dort. Die ältesten Leute dürften ungefähr halb so alt gewesen sein wie ich...Das war ein kleines bisschen interessant. Auf der Demo haben sich Leute aus meinem Jahrgang ja nicht lumpen lassen, aber später in der Meuterei hat sich fast nur die junge Meute vergnügt. Ganz ehrlich: 500 Demoteilnehmer*innen sind mir auch zu wenig. 50tausend sind eigentlich das Minimum beim Thema Gentrifizierung, finde ich. Oder 50, die entschlossen genug sind, 24 Stunden lang alles zu zerlegen, was nervt. Boah, wär das schick, so'n paar autonome Super-Militante zu haben, wa?! Welche, die mit Blitzen irgendwelche Fahrzeuge oder Gebäude wegballern und die aber sonst ganz nett sind. Und die Bullen hätten Schiss vor denen, weil die Supermilitanten auch doppelt so groß sind. Hach...seufz...!

    Nee Leute,...läuft nicht. Wir mussten das immer schon alles selber erledigen. Saufen, feiern und Musik machen ist zu wenig. Rumgröhlen is'n schönes Beiwerk, reicht aber auch nicht auf Dauer.

    Bei der Handball-WM, da waren alle komplett unter Strom. Leidenschaftlich und so! Zuschauer*innen und Spieler. Leider kanalisieren die ihre Energien in völlig bekloppte Tätigkeiten. Das Absingen der Nationalhymne zum Beispiel. Aus voller Brust. Anscheinend mit vollster Überzeugung, so dass die ganzen kleinen Nachwuchssportler*innen schon denken müssen, das sei was ganz Normales. Isses aber nich', ihr Dödel! Mir verhagelt das den Sport. Ich war vor 15 Jahren mal bei einem Länderspiel dabei und hatte irgendwie nicht auf'm Schirm, dass kurz vor Spielbeginn die Ansage kommt: "Meine Damen und Herren! Bitte erheben sie sich für die deutsche Nationalhymne!" Boah war das scheiße. Und ich bin nicht sitzengeblieben. Niemand ist sitzengeblieben. Mitgesungen haben damals aber zum Glück auch kaum welche. Das ist jetzt anders. Die Halle bebt vor Stimmgewalt. Gruselig. Das bedroht und beeinträchtigt mich in meiner Lebensart, auch wenn ich nicht vor Ort bin. Ich finde das aufdringlich und übergriffig. Es ist ausgrenzend und arrogant. Es ist ein beschissenes Relikt, dem nichts Gutes anhaftet. Und es ist wieder Alltag. Das wird man ja wohl nochmal singen dürfen. Die Spieler sind schlechte Vorbilder, weil ihr Tun nichts Emanzipatives beinhaltet. Im Gegenteil. Kinder lernen Nationalstolz. Und sie lernen, dass nur der erste Platz zählt. Alles andere ist Niederlage. Ich möchte, dass ihr SMASH CAPITALISM auf euren Trikots tragt und nicht diese beknackte LIDL-Werbung. Und als Song für alle läuft dazu

  • Nelly the elephant
  • von den Toy Dolls!

    Und alle singen mit!

    Und hallo??!! Das Endspiel Dänemark - Norwegen wurde nicht übertragen im Fernsehen...Nur Spiele mit deutscher Beteiligung haben die gezeigt. Echt krank!

    Machen die Füchse Berlin eigentlich immer noch Werbung für die DEUTSCHE WOHNEN ?

    Ich kauf mir einen Lästerkraftwagen!

    Freitag 11.1.2019 - Potse ist noch da, pardon!

    Da war ich wohl'n bisschen voreilig. Um den Erhalt der Potse wird weiterhin gekämpft. Schlüssel noch nicht abgegeben und immer wieder Leute vor Ort. Solidarität!

    Montag 7.1.2019 - Nix brennt!

    Kann ja sein, dass ich in der letzten Zeit viel zu viel über die eigenen Belange gepostet habe. Aber hey, es ist auch müßig, sich permanent über die Geschehnisse aufzuregen. Der Sicherheitsverein der Bundesregierung hat erst jetzt mitbekommen, dass da massenhaft in den Accounts von Politiker_innen und Promis rumgehackt wurde. Mit ein paar Wochen Verspätung also. Gratuliere! Haben ja alle nix zu verbergen, wa?! Wartet mal ab, bis der konservative rechtsextreme Wind noch ein bisschen mehr in den Herrschaftsetagen angekommen ist, dann werden viele froh sein, dass sie nicht sofort als Menschenrechter_innen oder Linke geoutet werden können. Vielleicht stehen die bald vor deiner Tür und drohen dir, wenn du dein politisches Engagement nicht im Zaum hältst. Bei mir ist das eh zu spät, ich mache mich seit Jahrzehnten offen, singe und schreibe, was mir nicht in den Kram passt. Noch schlägt mir wenig Hass entgegen. Das wäre anders, wenn ich in einer kleinen Stadt leben würde. Hier in Berlin ist eine anarcho-oppositionelle Haltung ja nix außergewöhnliches. Mach ich erstmal weiter so, wa?! Apropo...und apropo eigene Belange. Auf Bandcamp findet ihr neue Aufnahmen und auf meinem Player auch. Beide Buttons seht ihr hier oben auf dieser Seite über diesem Text. Bei Spotify ist das gerade schwierig. Die haben mir nur bei 8 von 20 Songs das Okay gegeben. Vermutlich, weil hier und da ein kleines Sprachzitat in den Liedern versteckt ist oder weil die Algorithmen meinen, ich hätte irgendwelche Sachen benutzt, die schon anderweitig veröffentlicht wurden. Blicke nicht durch. Womit es genau ein Problem gibt, kannste nicht in Erfahrung bringen leider. Kotzt mich an!

    Wann werden eigentlich die Weihnachtsmärkte wieder abgebaut?! Die nerven! Schwer geschützt durch riesen Betonklötze, was'n Witz. Wer in Berlin Leute übern Haufen fahren möchte, kann das an jeder Straßenecke machen. Ey, ich bin Taxifahrer. Wenn ich am Checkpoint Charly mal nicht superaufmerksam im Schritttempo vorbeirollen würde, sondern nur ein bisschen Gas gäbe, hätte ich die ersten auf der Haube. Gar kein Problem. Und wenn du im Besitz von Sprengstoff bist, kannste es doch eh überall krachen lassen, wo ein paar Leutchen versammelt sind. Ist schon mal jemandem aufgefallen, dass das trotzdem nicht passiert?! Es gibt hier keine Anschläge! Also weg mit dem Betonquatsch. Baut ein paar soziale Einrichtungen von der Kohle oder Wohnungen. Am 26.1.2019 gibt es eine Demo plus kleines Konzert wegen der

  • MEUTEREI
  • . Ich mach auch mit! Und Tapete und Lena und Refpolk und der Geigerzähler auch. Viva Mikrokosmos! Es geht um den Fortbestand des Ladens. Er wird kaum zu halten sein. Wir sind zu wenige. Kämpfen ist trotzdem gut und richtig. Potse und Drugstore sind auch weg. Andere werden folgen. Wir brauchen neue Bilder! Neue Ideen! Weniger Kommerz. Mehr Leute, die vormachen, wie es geht. In diesem Sinne!

    1.1.2019 - Scheiß Nazis! Scheiß Mieten! Scheiß Falten!

    Ahoi in 2019! Kurz vor Weihnachten im letzten Jahr bin ich mit ein paar Leutchen zu Knochenfabrik gegangen. Habe nicht viel erwartet, war umso überraschter, dass es klasse war. Was hat das Spaß gemacht, so grandiose Zeilen wie "SUCCINIS UND MOFAS UND PLASTIKBESTECK!" laut mitzugröhlen! Hoffe, das war nicht zu prollig...

    Spaß ist oft nicht politisch korrekt. Manchmal ist der Kopp ausgeschaltet. Da gibts dann zwar noch ne Basis von gutem Benehmen, denke ich, aber manches merke ich auch mit Mitte 50 noch nicht. Bitte Bescheid geben dann! Nicht gleich zuschlagen oder so. Punk ist auch Kommunikation. Sag mir, was dir nicht passt, dann habe ich ne Chance, zu reagieren, mich zu verbessern, mich zu entschuldigen,...oder zurückzuschnauzen. Nicht jeder Spruch passiert mit Vorsatz und ist persönlich gemeint. Unterscheiden lernen! Die Atmo bei dem Konzert war aus meiner Perspektive entspannt. Über den Kerl, der sich auf der Bühne ausgezogen hat und dann sogar noch zwei Stücke an der Gitarre zum Besten gab, haben wir hinterher noch diskutiert. Kontrovers, versteht sich.

    Unser Konzert im MENSCH MEIER Anfang Dezember war übersichtlicher. Nicht 500, sondern vielleicht 50 interessierte Zuschauer*innen. Drei Bands, ein bisschen Punkrock, ein bisschen Hardcore, ein bisschen Leben in der Nische. Ein paar alkoholfreie Biere und wieder einpacken. Auftritte können sich manchmal auch wie Schichten anfühlen. Hat trotzdem Spaß gemacht.

    Im nächsten Jahr werde ich die eine oder andere Lesung machen. Jau, es ist soweit. Bald kommt meine Autonomografie raus. Unter LINK DES MONATS findet ihr eine kleine zaghafte Ankündigung mit ersten kleinen Fehlern. Ich bin sehr gespannt, wie den Leuten das gefällt. Kann es kaum erwarten, dass es fertig gedruckt ist. Hoffe, das klappt auch wirklich alles in den nächsten Monaten. War ein ziemlicher mühsamer Weg, einen Verlag zu finden. Aber VENTIL macht es jetzt und meine Freude ist groß! Werde auch demnächst Bestellungen annehmen, wenn klar ist, ab wann es rauskommt.

    Hey, und neue Aufnahmen lade ich im Januar auch noch hoch auf Spotify und Bandcamp. Haltet die Augen und Ohren offen! Lasst euch nicht den Mut und die Lebenslust rauben in diesem Jahr. Lasst uns weiter frech voranschreiten und die Bomben zur Seite fegen, die uns mit immer mehr Macht vor die Füße geworfen werden. No pasaran! Pathos olé!