Sie schmücken alles in "schwarzrotgold". Autospiegel, Motorhauben, Gesichter, Fenster, Balkone, Häuser, Fahrräder, ich habe sogar Kinderwägen und ganze Kinder gesehen in diesen Farben, Irgendwo gab es Frauen, die so Überzieher für Strassenpoller gestrickt und in ihrer Strasse verteilt haben. Und dann tun sie sich zu hunderttausenden zusammen, schalten die Feinmotorik aus und rennen später geistesabwesend, fahneschwenkend und debil grinsend vor meine Taxe...Sie sind unterwegs wie die Lemminge, (link) sie haben yegliche Sensibilität und alle Hemmungen abgelegt. Was ist das eigentlich? Das ist doch offenbar ein unglaublich fettes Bedürfnis nach "Gemeinschaft". Und gleichzeitig scheint es da ya ein grosses Manko zu geben an "Gemeinschaftsgefühl" im sonstigen Leben. Klar, in einer gesellschaftlichen Struktur, in der das Individuum nichts, der Egoismus aber alles zu sein scheint, ist es schwer, zu bestehen. Politisch stets begünstigt durch die Ausgrenzung von "Nicht-Deutschen" scheint die "eigene Nation" und die "eigene Fahne" etwas zu sein, was vielen Menschen dieses vermisste Gefühl beschert. Traurig und tragisch zugleich, weil sich dieses "Zusammengehörigkeitsgefühl" oft genug als Ausgangspunkt für Aggressionen gegen "andere" entpuppt hat. Und weil Nationalismus und Patriotismus immer ausgrenzt und ausgegrenzt hat. So geht das nicht mit der besseren Welt, Leute.
Am Holocaust-Mahnmal sah ich einen "Fan" aus der Taxe heraus, welcher seinen Schwanz auspackte und schließlich begann, gröhlend an eine der 2711 Stelen zu pissen. Bei genauerer Betrachtung war zu sehen, daß er seinen Pimmel auch schwarzrotgold angemalt hatte. Die umstehenden Menschen begannen mit frenetischem Applaus, als er sich nach dem Pissen zu ihnen umdrehte ohne die Hose zu zumachen. Dann begannen alle "Deutschland über alles" zu singen und die Sektkorken knallten. Die Polizei, die mit ein paar Wannen vor Ort war, schaute sich die Szenerie gelangweilt an, ein "Deeskalations-Team" kriegte sich vor Lachen nicht mehr ein. Diese kleine Erzählung ist genauso wahr wie die Behauptung, daß der Ball in der 38sten Minute nicht hinter der Torlinie war. Aber mal ehrlich, ihr habt es geglaubt und es war erschreckenderweise durchaus vorstellbar, oder nicht?!
Nach dem Spiel habe ich mir direkt mein "stateless-no leaders, no nations, no borders"-shirt zum Weiterarbeiten angezogen, aber die Lemminge haben es kaum gesehen. Vor 20 Yahren habe ich die Grossdemo "Deutschland, halt's Maul" angemeldet, hat auch nicht viel geholfen irgendwie...und das Öl fliesst weiter in den Golf von Mexico und diese Zeit macht Angst...und ihr seht mich trotzdem lachen und kämpfen...
Wahrscheinlich habt ihr schon von den neuen CDs von FRÜCHTE DES ZORNS und von KONNY gehört, oder?! Falls nicht, ich habe sie mir mal angehört und was dazu aufgeschrieben. Ihr findet meine Texte dazu unter "Veröffentlichungen" und dann unter "CD-Kritiken". Unter "Veröffentlichungen" und "Interview 2009" findet ihr auch was neues und zwar statements über statements, zu denen mich olle atakeks vor einem Yahr motivierte...Auch er selbst hat sich nicht unbedingt zurückgehalten, was die eigene Meinung angeht. Ein durchaus kontrovers geführtes Interview.
Unser Auftritt mit der Revolte-Springen-Kleinstbesetzung am Samstag vorm New Yorck war übrigens hübsch für uns. Wir freuen uns sehr über den großen Zuspruch, der uns widerfährt, auch wenn wir mal etwas "fehlerhafter" agieren. Danke für den Applaus, die Einladung, die netten Begegnungen!!!" ROCK ON!
Verdammt, ich habe es befürchtet...die deutsche Fussballnationalmannschaft hat das Achtelfinale erreicht und auf den Strassen tanzen wieder die Nationalprimaten...ach, wenn sie wenigstens tanzen würden,...sie hupen, gröhlen und fahren wie Bekloppte...ach, wenn es wenigstens Primaten wären... Nationalismus tötet Resthirn...Dann eben doch noch Achtelfinale und dann aber echt TSCHÜSS. Die Hoffnung stirbt zuletzt.
Nur noch ein Spiel bis zum Vorrunden-AUS für die deutsche Fussballnationalmannschaft!!! Daumen drücken für Ghana am Mittwoch 23.6.10!!!
Upps...habe gerade Post bekommen von Leuten, die noch Exemplare der alten TOD UND MORDSCHLAG-Soli-CD "Stand der Dinge - live in Marburg" bei sich im Keller entdeckt haben und die sie nun für 5 - 10 Euro feilbieten wollen...auch wieder solimäßig. Wenn ihr Interesse habt geht mal hier auf diesen link, um Kontakt aufzunehmen.
lisaDa seht ihr dann auch gleich, mit wem ihr es zu tun habt. Eine unterstützenswerte Initiative, wie mir scheint, und die CD rockt auch...soviel kann ich versprechen. Desweiteren gibt es ein kleines neues Interview von mir, welches ihr hier linkodinkobingo! findet.
Gestern hatte ich ne Taxischicht und dann war sie abends plötzlich wieder da: Die schwarzrotgoldene Armseeligkeit, betrunken gröhlend mit wahnsinnigen Gesichtern. Ich hasse das in all seinen Facetten und deshalb biete ich euch für die Dauer der WM meine CD/DVD "TSCHÜSS GLETSCHER" für'n Fünfer plus 1,45 Porto an. Warum?! Weil da der Song "SCHLAND" drauf ist und ich es prima fände, wenn ihr den yeden Tag mehrmals laut aus euren Fenstern rausplärren lassen würdet...als Gegengewicht sozusagen. Also, das Angebot steht, meldet euch! Und wer es noch nicht weiß und vielleicht gleich mitbestellen möchte: Unsere Band "option weg" hat eine CD rausgebracht. 12 knackige Songs, die rocken. Das Teil kostet allerdings nen Zehner.
Wie auch immer ihr euch entscheidet, bleibt tapfer inmitten der Idiotentänze und der nationalen Hässlichkeiten. Die Zähne zeigt, wer's Maul aufmacht!
"Die Zeit is'n Irrer, sie rast davon..." hat Danny Dziuks in einem seiner Lieder mal gesungen. Ich habe viel erlebt in den letzten Wochen. Am letzten Mai-Wchenende hat ein RAK-Treffen (RAK=Rotzfreche AsphaltKultur) stattgefunden in Kiel. Wir waren mit Revolte Springen auch dort. Ich schätze mal, daß das der Anfang einer neuen Ära ist. Viele neue Leute, weitesgehend yüngere Yahrgänge. Gute inspirierende Lieder und verwegene Ideen und Aktionen! Die RAK gibt es seit Ende der 70er und ist und war immer ein loser Zusammenschluß von linken Kulturschaffenden, die yenseits des mainstreams agieren. Damals viel politische Strassenmusik, heute immer noch politische Musik, die sich klar in der antifaschistischen Linken verortet. So fand auch im Rahmen dieses Treffens eine Veranstaltung statt, die ausführlichst über Nazistrukturen in Kiel informierte. Alles hübsch dokumentiert in Wort und Bild, sehr aufschlußreich. Thema waren dabei auch die Angriffe auf verschiedenste linke Proyekte in der yüngeren Vergangenheit, beispielsweise auf die "alte Meierei", den "Buchladen Zapata" und die "Hansa 48". Wir haben uns darauf bezogen und mit unserer Musik die Fußgängerzone ein wenig aufgemischt, Flugblätter verteilt und dabei ggenau diesen Kontext hergestellt. Das war gut und sinnvoll, denn politische Kultur definiert sich nicht nur über die Aussage von inhaltlichen Songs, sondern auch darüber, wo und wie sie stattfindet. Der sogenannte "Gala-Abend" der RAK fand dann in der Hansastraße statt und war mit 500 Leuten sehr gut besucht. Das hat gerockt und führte auch am Ende des Treffens dazu, daß eine Fortsetzung 2011 in Berlin oder Bonn geplant wird. Unter "link des Monats" hier auf meiner Seite findet ihr übrigens eines dieser Proyekte, die auch sehr gut gerockt haben. Kaum wieder hier, mußte ich erstmal fix ein paar Taxischichten abreissen, um mich dann mit "option weg" bei 2 Intensivproben auf unsere record-release-Konzerte vorzubereiten. Ya, unsere CD ist tatsächlich fertig und wir haben sie bei den Konzerten für nur 6 Euro rausgeschleudert. Das wird nun anders...einen Zehner wollen wir dafür haben, aber Leute: die CD hat echt ein paar gute neue Songs, also bestellt gerne mal eine oder zwei davon...Ihr bekommt sie z.B. auch im "real deal" in der Gneisenaustraße 60 in Kreuzberg. Die Konzerte waren gut für uns. Zwar nicht so irre gut besucht, sondern yeweils immer "nur" so 100 Leute, aber das tat der guten Stimmung keinen Abbruch. Wir bieten den Leuten eine ziemlich wilde Mischung aus Musik, Theater und performance, die wir auch weiterhin pflegen und ausbauen werden. Wir singen mit 4 Stimmen und spielen dazu auf Bass, Schlagzeug, Gitarre, Ukulele, Quetsche, Geige und Melodika. Für diese relative Vielfältigkeit und die Abwechselung während des Programmes haben wir ein paar sehr nette Kommentare bekommen. Also sind wir sehr motiviert, weiter zu machen...aber erst kommt die allyährliche "option weg - Sommerpause". Spätestens im Oktober werden wir wieder auftreten, bis dahin müßt ihr eben unsere CD hören oder unsere beiden Videos auf youtube angucken...
Kreutzigerstrassenfest gab es auch noch...Das war klasse. Nachts sind die Bullen da reingerockt...das war nicht so gut. Blödes Uniformpack...hatten sich schon auf der Meediaspree-Demo am Nachmittag wieder mal daneben benommen und unbeliebt gemacht und Leute verletzt. Es entsteht auch zunehmend der Eindruck, daß sie keine Anlässe mehr brauchen, um einfach mal auf Leute einzuprügeln, die ihren Protest zeigen oder einfach nur feiern wollen. Oft genug hast du den Eindruck, daß sie einfach keinen Bock mehr auf dieses ganze "linke Gesocks" haben und was ganz offensichtlich ist, ist, daß sie massivst einschüchtern wollen. Ich hatte da auch so eine kleine Begegnung am Anfang der Demo auf'm Boxi. Drei Bullen standen "wichtigwichtig" an einer Ecke, die wir uns ausgeguckt hatten, um dort ein wenig unsere Songs zum Besten zu geben...Ich bin also hin, habe die sogar gesiezt und sie gebeten, mal ein paar Meter weiter zu gehen, damit wir da aufbauen können. Da meint der eine doch, daß sie genau hier eine wichtige Aufgabe erfüllen müssen...so, äh, Leute kontrollieren und alles gut angucken, daß nix passiert und auch observieren...Der war echt gnatzig und so gar nicht kooperativ, obwohl ich ihm ya zugestimmt habe, daß das hier ya ein sehr gefährlicher Ort sei, weil ya vermutlich mindestens yede/r Zweite Hieb-, Stich- und Schusswaffen unterm shirt tragen und/oder Mitglied bei den "Taliban/Berlin" sind. Und dann fragt er mich auch noch, ob wir ne Genehmigung hätten für unseren Auftritt. Da habe ich ihm gesagt, daß wir keine brauchen, weil das öffentliches Strassenland ist und daß wir das yetzt einfach machen. Wir bauten uns wenige Meter von ihnen entfernt auf, ernteten angesäuerte Blicke, aber die Folge war, daß wir unser set problemlos spielen konnten und das zahlreich interessierte Publikum die Kreuzung blockierte. Keine große Sache, aber ein ggutes Gefühl kam dabei sicher rum für uns. Unser zweiter Gig auf'm Fest in der Kreutziger selbst war auch hübsch. Ein dickes Lob an die Organisator_innen. Mit Revolte Springen werden wir demnächst noch vorm New Yorck und beim Fest in der Brunnen auftauchen. Wir sehen uns!
Und der Vulkan gibt keine Ruhe! Und BP versucht die Umwelt zu schützen. Toll, wie sie eines der größtmöglichen Verbrechen an dem Planeten begehen und yetzt schon wieder auf Prestigekurs sind und sich darstellen, als wären sie nicht die Täter, sondern die Retter. Wie wird sowas eigentlich bestraft? Für yede Tonne Öl, die ins Meer geflossen ist ein Yahr Knast?! Das wären dann so 16000 Yahre Einschluss vermutlich, vorausgesetzt die offiziellen Zahlen stimmen. Oder vielleicht für yedes tote Lebewesen ein Yahr Knast?! Dann wird es schätzungsweise 6 oder 7stellig mit den Knastyahren...Eigentlich bin gegen Knast, aber wie willste denn so Leute resozialisieren?? Die machen ihre Profite ya in vollem Bewusstsein dessen, daß es da immense Risiken für Mensch, Tier und Umwelt gibt...Das passiert ya gewissermaßen nicht "UNBEDACHT"...
Ich war auf Helgoland um den ersten Mai rum. Da waren zum Glück keine Nazis, die blockiert werden mußten. Das Mitbringen von Nazis war nämlich ausdrücklich verboten auf der Rock'n'roll-Butterfahrt, an der ich mit einem guten Kumpel teilnahm. Das Mitbringen von Hirn hingegen war erlaubt, hatten aber trotzdem einige vergessen. Der ausschlaggebende Grund, dort auf das kleine Festival zu fahren, war für mich eindeutig der gute alte TV SMITH und ohne den wäre das Kulturprogramm auch äußerst armseelig ausgefallen. TV hat gleich zu Beginn mit Herz, Seele und seiner grandiosen Stimme gerockt, daß es eine Freude war. Aber auch hier war schon die Stimmung im Publikum etwas merkwürdig. Überall Leute, die den live-act eher nebenbei wahrnahmen und sich in Dreier-,Vierergrüppchen angeregt unterhalten haben...auch direkt an der Bühne. Das wurde dann im Verlauf von TVs Auftritt auch weniger, aber nervte trotzdem noch und zeigte deutlich, wie hoch die Wertschätzung für diese geilen Songs bei den meisten Leuten ausfallen sollte. Wir konnten es trotzdem genießen und TV selbst hat sich sowieso nicht darum geschert, ob und wie die Leute ihm zuhören...Bemerkenswert, aber du hast als Sänger auch kaum eine andere Chance, als den Scheiss wegzufiltern...ich kenne das aus eigener Erfahrung. Moderiert wurde das Ganze von olle Fabsi, dem Urgestein aus den Reihen der Mimmis. Immer wenn er den Mund aufmachte, roch das so ein bißchen nach Karneval und Hellau, ich weiß nicht, ob das nur am Dialekt lag. Yedenfalls kündigte er inbrünstig den nächsten und letzten act für diesen Abend an, nämlich Jonny Glut...offenbar ein Akkordeonspieler...offenbar was Lustiges...Sie kamen zu zweit und mit zwei Quetschen...wir waren gespannt. Und dann wurde es schlimm. Ganz furchtbares "Fips-Asmussen-Niveau". So "Klaus+Klaus" für ganz Arme...Nach drei Stücken, in denen wir fortwährend den Kopf schüttelten, sind wir gegangen, doch die meisten Leute blieben und amüsierten sich. Einer, der mit uns zufällig auch den Ort des Grauens verlassen wollte, war auch empört. Erst rief er in den dunkelblauen Nachthimmel:"Was ist das denn für'n Scheiss??! Das ist doch kein Punkrock, diese Schwuchtelmusik!" Und dann ergänzte er dieses statement mit einem in Hooliganmanier gesungenen "IHR SEID ALLE HOMOSEXUELL, HOMOSEXUELL, HOMOSEXUELL....!!!" Wir bekamen ungefähr eine Ahnung davon, wie und warum hier gefeiert wird. Wir gingen zu unserem Zelt und tranken noch in aller Gemütlichkeit ein Bier. Jonny Glut war noch aus der Ferne zu hören und er spielte tatsächlich ein langes set...Der nächste Tag fing eigentlich gut an mit Kaffee am Zelt und lecker frühstücken. Nachmittags allerdings wurde Bayern München Meister und das trübte die Stimmung dann doch etwas. Abends standen diesmal drei Bands auf dem Programm: KIND IM MAGEN, MIMMIS und DRANGDÜWELS. Die Dreierformation KIM sind drei yunge Männer, die gerne die Ärzte sein wollen. Nach'm zweiten Stück wollten sie schon unsere "Flossen" sehen und fragten, ob es uns gut geht...Ich hasse sowas... Das haben sie dann durchgezogen...immer wieder Publikumsanimationen und mit ihren Texten konnte ich wirklich gar nix anfangen. Im Nachherein fiel mir auf, daß sie auch wirklich gar nix zu sagen hatten...so yung und schon so inhaltsleer, traurig...Das war bei den Mimmis ein wenig anders, aber auch nicht viel anders, denn auch hier wurde auf "Alkohol und Party" gesetzt, sonst ist es nicht zu erklären, daß sich anscheinend extra für diesen Gig noch ein paar Trinklieder draufgeschafft wurden, die Fabsi vom Textblatt absang. Das waren dann so Stücke wie "es gibt kein Bier auf Hawaii" und "Schnaps war sein letztes Wort"...Na toll, da verblassen dann schnell die eigentlich stärkeren Stücke wie "Du bist Deutschland" und es kommt der Verdacht auf, daß es hier wirklich nur ums Saufen und um den Spaßfaktor geht. Kann ya meinetwegen auch so sein, hatte ich aber so krass nicht erwartet. Teilweise habe ich mich gefühlt wie auf'm Punkrock-Ballermann...Zwischen den live-acts lief dann zu allem Überfluss immer noch der Song "Votzen-Pimmel-Bahn" (kein Scherz!) von der Gruppe "EISENPIMMEL" über CD oder mp3 eingespielt. Das wiederum paarte sich mit diesem und yenem Spruch a la "ey du Schwuchtel...hahahaha" und der Tatsache, daß zwar 20x was vom FC St Pauli von der Bühne erzählt wurde, aber nix zu den antifaschistischen Blockaden am 1.Mai in Berlin und anderswo. However, war trotzdem eine okaye Reise für uns. Die "Drangdüwels" übrigens scheinen durchaus sehr nette Zeitgenossen zu sein...so kam es uns yedenfalls auf dem Schiff auf der Rückfahrt nach Büsum vor. Auf der Bühne war uns aber auch ihre Show zu bierseelig und platt. Apropo Büsum...Auf der Rückfahrt nach Berlin hatte das Auto leider plötzlich keinen fünften Gang mehr...blöde Scheisse, wir sind dann hochtourig mit 100 - 110 km/h zurückgegurkt.
Ein paar Tage später habe ich mich auf den Weg nach Frankfurt am Main gemacht, um dort einen Solo-Gig im Rahmen eines Treffens des Ya-BASTA-Netzwerkes" zu spielen. Und hier war der Wohlfühlfaktor dann auch deutlich höher als noch ein paar Tage zuvor bei dem "Alkohol-ist-Wichtig-Fest". Stattgefunden hat das Alles in der "AU", einem uralten Wohn-und Kultur-Proyekt, in welchem ich vor etwa vor 15 Yahren das letzte Mal auftrat. Eine extrem nette Atmosphäre hier, engagierte Leute aus dem ganzen Bundesgebiet und viele alte und bekannte Gesichter. Einige alte Genoss_innen fragten erstaunt, wo ich denn die letzten 10 - 15 Yahre gesteckt habe, sie seien ganz überrascht gewesen, mich hier auf der Bühne wiederzusehen. Schon interessant, wie wir die Dinge aus den Augen verlieren manchmal...Ich meine, ich habe in den letzten 26 Yahren eigentlich immer Auftritte gemacht...kontinuierlich und viele. Klaro auch in unterschiedlichen Gruppen, aber ich habe ya nie aufgehört. Nun denn, der Auftritt war klasse, die Leute haben mir zugehört, sich gefreut, eine gute Zeit gehabt. Ist auch ne schöne Bestätigung für mich, wenn vor sovielen "Politköppen" mein Programm gut aufgenommen wird...Das ist sogar ein echtes Kompliment und motiviert mich zum Weitermachen. Und so mache ich denn auch weiter. In diesem Sinne: Don't forget the big
release-west:4.6.10 um 21 Uhr im Clash in der Gneisenaustraße 2a
release-ost: 6.6.10 um 21 Uhr im Supamolly in der Jessenerstraße 41
Wir freuen uns auf euch. Eintritt wird 4 Euro betragen und wer die neue CD mit dem Titel "wenn der rücksitz brennt" gleich dazukauft, zahlt auch bloß 'n' Zehner...Wir sehen uns!
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Der Papst wird heute 83. Fällt langsam auf, daß er sich zu den Mißbrauchsfällen, die durch die Strukturen der katholischen Kirche begünstigt werden/wurden, nicht äußert. Seinem Ansehen in der Welt scheint das keinen Abbruch zu tun. Ein Freund hat vor langer Zeit mal gesagt, daß der Papst eigentlich eine Mischung ist aus Pinoccio und einem, den man dringend erschiessen müßte. Ich lasse das mal so stehen.
In Schanghai sind einem Formel 1-Piloten bei Tempo 320 beide Vorderräder weggeflogen, aber ganz im Gegensatz zu einigen deutschen Soldaten in Afghanistan hat er das überlebt. Die Soldaten hingegen sollen yetzt bessere Ausrüstung, also dickere Panzer und sowas kriegen. Damit wird das Problem in Zukunft behoben werden können, ich bin mir sicher. Vielleicht wäre es angebracht, große Bunker dort zu bauen...so mit 2 Meter dicker Stahlummantelung und darum nochmal 6 Meter Beton. Dann gehen da alle deutschen Soldaten rein mit ausreichend Verpflegung und treten erst wieder vor die Tür wenn sich die Lage beruhigt hat...Könnte ein paar Yahrhundete dauern, aber immerhin sind sie gut geschützt und richten andersrum keinen Schaden an. Oder wir sammeln Spenden für einen "Soldaten-Zoo" in Deutschland. Ich stelle mir da so einen riesen Park vor, mit 10 Meter hohen Zäunen drumherum, wo die Uniformdeppen innerhalb des Geländes im Schlamm rumrobben und täglich vor Publikum ihre Panzer putzen können. Vielleicht noch irgendwo ein Gehege mit Kriegsveteranen, die wahlweise von ihren traumatischen Erlebnissen berichten oder ihre Einschussstellen am Körper präsentieren können. Und woanders dann einen "chill-out-Bereich", wo die Toten verbuddelt werden...
Und auf Island spuckt der Vulkan Eyjafjallajökull Gift, Galle und vor allem Lava und Feuer. Vielleicht ist er sauer auf uns Menschen, ich könnte es verstehen. Der europäische Flugverkehr gerät mächtig ins Straucheln. Gestern bei meiner Taxi-Nachtschicht hätte ich eine Fahrt nach Stockholm kriegen können. Aber leider habe ich die Taxe meist nur bis 6 Uhr früh und ehrlich gesagt hatte ich auch keine Lust. Habe mich "lieber" mit ein paar kleinen Fahrten im Berliner Stadtraum rumgeplagt, mit Bänkerschnöseln, die es nicht schaffen, dir "hallo" zu sagen, dir aber dafür quasi im Gegenzug bei einem Preis von 19,80 großzügig 20 Euro geben. Sie bemerken ihr antisoziales Verhalten seit Yahren schon nicht mehr. Einen von denen habe ich in die falsche Richtung geschickt, als er mich fragte, wie er später zum Hotel Melia in der Friedrichstraße kommen könne. Ich hoffe, er ist die ganze Nacht durch Tempelhof geirrt und hat geweint...
Hey, ansonsten hat Revolte Springen den Frühling begrüßt mit einem Treffen im Wendland. Einen Bericht darüber findet ihr in Kürze auf unserer Seite. Und: "option weg", unsere Koala/Panda und Co.-Kapelle hat im März ihre Aufnahmen abgeschlossen. Die 12 Stücke, die dann demnächst auf CD erscheinen, werden gerade gemischt. Das Ergebnis läßt sich durchaus hören, wie ich finde. Überhaupt hat sich die Band entwickelt. Wir waren am letzten Wochenende in Görlitz und Chemnitz und haben gespielt. Das feedback war sehr positiv und wir sind motiviert, am Ball zu bleiben. Kommt doch vorbei zu unseren record-release-Konzerten Anfang Yuni im Clash und im Supamolly! Wir würden uns freuen! So long, bis bald!
Schon wieder Schneeflocken draussen, ich werd' noch bekloppt. Dittsche hat letzte Woche gesagt, daß das ein "reiner Gastschnee" sei, der eigentlich in Schweden runterkommen sollte, aber nun hier gelandet sei, weil durch das Erdbeben in Chile eine Verschiebung der Erdachse stattgefunden hätte. Ich glaube ihm das! Am Wochenende war Karneval in Berlin, speziell am Samstag und zwar einerseits am Ostbahnhof und im Olympiastadion, habt ihr das mitbekommen?? Im Olympiastadion sind etwa 100 - 150 kostümierte Yecken nach der der Niederlage von Hertha BSC auf das Spielfeld gestürmt und haben ein paar Werbetafeln zerstört und die Ersatzbank umgekippt. Fälschlicherweise wurden sie in den Medien als "Chaoten" bezeichnet und auch das Wort "Anarchie" fiel in dem Zusammenhang. Liebe Yournalisten: "Anarchie" ist sowas wie ein cooles selbstbestimmtes emanzipatorisches Zusammenleben ohne Gewalt und Herrschaft. Was im Olympiastadion stattgefunden hat, war "Männergewalt" gegen Dinge, die eigentlich niemand braucht. Dieses aggressive Verhalten hätte sich aber ohne Weiteres auch gegen Menschen richten können, "gegnerische Fans", "gegnerische Spieler" oder "den (gegnerischen) Schiedsrichter", wat weeß icke...Wenn mir mal yemand was über die genaueren Motive schreiben wollen würde, ich wäre interessiert, echt! Da ich davon selbst nicht bedroht war, mußte ich übrigens echt lachen über den Quatsch. Aber ich fürchte, daß dieses Aggro-Potential leider auch außerhalb des Stadions seine Opfer gefunden hat. Als linker Kultur- und Polit-Chaot muß ich mich aber deutlich dagegen wehren, daß ein solches Verhalten sprachlich gleichgesetzt werden soll beispielsweise mit dem Errichten von Hindernissen bei Antifablockaden. Für die Personen, die nämlich solche Tätigkeiten ausführen war doch bisher immer die Begrifflichkeit "CHAOTEN" vorbestimmt. Ich schlage auch vor, daß es dabei bleibt. Also nochmal zum Mitschreiben: Stadionrandale wegen verlorenem Spiel der "eigenen" Mannschaft = hirnige Hooliganscheisse, aber: Errichten von Barrikaden gegen Aufmärsche von extremen Rechten = gezielte und ehrenwerte Chaotenaktionen, moralisch und politisch durchaus vertretbar, wenn auch nach dem Gesetz verboten. Soviel Genauigkeit muß sein. Nebenbei gesagt finde ich es ya übrigens auch blöd, wenn Hertha absteigt, weil dann in der nächsten Saison leider nicht das Erstligaspiel gegen St.Pauli stattfinden kann...however. Viva St. Pauli!!!
Was war aber nun am Ostbahnhof los?! Da mischten sich "Eisbären-Fans" zeitweilig mit Besucher_innen der "countrymusic-Messe". Die Eisbären spielen ya immer in der doofen O2-Arena, die besagte Messe fand wohl im Postbahnhof statt. Und da ich wieder lustig am Arbeiten war, stand ich natürlich mit der Taxe schön am Ort des Geschehens. Positiv hervorheben möchte ich, daß sich diese beiden "Fangruppen" nicht feindlich gegenüberstehen. Im Gegenteil, sie interessieren sich überhaupt nicht füreinander, obwohl die Kostüme echt vom Feinsten sind. Die "Countrys" in Wildlederfransenyacken und natürlich mit Cowboyhüten und entsprechenden Stiefeln, die Eisbären mit XXXXXL-Trikot überm Wintermantel, vollbedruckt mit "GASAG" "VOLVO" und "O2" von oben bis unten und eher in schlichten Yeans. Die Countrys mit verwegenen Bärten und Flasche Bier, die Eisbären mit glasigen Blicken und Flasche Bier. Die Eisbären etwas lauter, die Countrys etwas breitbeiniger. Die Countrys hatten sogar einen echten "Doc" in ihren Reihen...der sah echt genauso aus wie damals der Doc bei "rauchende Colts", wo Mat Dillon immer der Sherrif war und alles gut gemacht hat...Hach ya, die Menschen und ihre Leidenschaften, extrem befremdlich, wenn du es nur von außen siehst. Will mich yetzt auch gar nicht unnötig drüber lustig machen, denn auch die eigenen communitys sind manchmal für andere mindestens genauso "strange"...Wichtig ist die Vermittlung nach außen, Menschen, die mit 'nem offenen Blick durchs Leben gehen und sich auch fragen lassen wollen, was das alles zu bedeuten hat.
Und dann waren da noch die erneuten Aktionen gegen einige linke Läden, Proyekte und Leute hier in Berlin (indymedia-link). Schlecht verklebte Schlösser, gesprühte Drohungen und ein paar Steine, die ein paar Scheiben zerstört haben. Vom level her ist das erstmal low, weil das yeder Depp mal schnell machen kann. Insgesamt ist aber schon die Tendenz zu sehen, daß sich diese Angriffe häufen. Kein Grund, unruhig und aufgeregt zu werden, aber auch kein Grund, die Füsse still zu halten, sondern ein Grund, sich Gedanken und Pläne zu machen. Nämlich z.B. darüber, wie die Antwort aussehen könnte. Unsere Mittel sind vielfältig und sollten es auch bleiben. Viel Glück dabei, never give up! Laßt uns schlau sein! Antifa heisst auch "Genauigkeit".
Aus der Kälte und dem Schnee pellen sich erste Sonnenstrahlen und ein starker Wind. Die Gehwege sind dreckig und grau. Das Tauwetter bringt eine fiese Mischung aus Hundescheisse, Silvesterböller, Streu-Granulat, Scherben und alten Elektrogeräten hervor. Ich warte täglich auf den Vorschlag, daß das doch nun auch mal die ganzen Hartz4-Empfänger weg machen sollen. Der Sturm wird stärker. In Deckung! Das Klima ist rau. Keine Zunamis hierzulande, aber hohe Westerwellen. Hier sieht es doch bloß so dreckig und scheisse aus, weil ihr für alles Geld haben wollt. Es gab mal Zeiten, da gab es Sperrmüll. Einmal im halben Yahr konntest du deinen Scheiss rausstellen und dann haben das andere genommen oder es wurde kostenfrei abgeholt. Ein "event" mit hohem Sozialfaktor. Es gab mal Zeiten, in denen es öffentliche Toiletten gab...ya!...pissen ohne Geld. Es gab auch mal Zeiten, da hat das Parken nix gekostet und auch der Nachsendeantrag war umsonst...ein funktionierendes Gemeinwesen auf 'ne Art. Es wird nicht mehr lange dauern, da darfste Zebrastreifen nur noch benutzen, wenn du dafür deine Sondernutzungsgebühr bezahlt hast und einen entsprechenden Beleg vorzeigen kannst. Alle anderen zahlen Strafe oder werden überfahren. Verballert nur weiter Kohle in eure menschenverachtenden sinnlosen Militär-supports und investiert in eine hohe und effiziente Personaldecke beim Ordnungsamt, tut weiter so, als wäre kein Geld da oder es würde nicht für alle reichen, dann geht bald gar nix mehr. Vielleicht besinnen sich die Menschen aber dann auch endlich wieder darauf, was ein gutes Zusammenleben ausmacht: gegenseitige Hilfe, Respekt und ein freundliches "Hallo"! Ich fürchte, es kommt anders, aber ich hoffe unbeirrt. Scheiss auf Herrschaft!
Konzerte werden mehr und mehr ein Zufluchtsort für meine angedetschte Seele. Gestern war ich bei "Budzillus" und "Che Sudaka" im so36. Ich war da übrigens die einzige Glatze, aber das nur nebenbei. War sehr angenehm mit etwa 400 - 500 anderen Menschen. Ein paar Freund_innen dabei, genug zu trinken, beim Einlass kommste spontan auffe Gästeliste, was willste mehr? Das Leben kann auch gut sein. "Budzillus" waren mir schon auf der "fusion" im letzten Yahr aufgefallen. Das is' so'ne Band, die siehst du zufällig und dann willste den Namen wissen. Die rocken schon gut, haben leider nicht allzu viel zu sagen. Das alleine gibt zwar noch keine Minuspunkte, aber verhindert, daß ich hier die ganz fette Werbung für sie fahre. Der erste Song klang direkt nach "Gogol Bordello", die Machart des Stückes, die Stimme, die Dynamiken, alles ähnlich, aber bei "Gogol Bordello" gibt es einen entscheidenen Unterschied: Die haben nämlich was zu sagen und das ist gleichzeitig ihre Attitüde. Bei "Budzillus" habe ich den Eindruck, daß sie noch nicht wissen, wohin sie mit ihrer Party eigentlich wollen. Wenn ich dagegen bei "Gogol Bordello" Songs wie "immigrant punk" oder " "undestructable" höre, weiß ich, warum ich tanzen möchte. Dennoch gefällt mir "Budzillus" gut und als "Vorprogramm" haben sie sich beachtlich geschlagen. Es ist ya auch fies, eine Band mit den Königen der "Gypsypunk-Bundesliga" zu vergleichen...dagegen sehe ich mit all meinen Proyekten und Liedern auch blass aus. Dann kamen "Che sudaka" und gleich das erste Stück (TUDO É POSSIBLE) war der Wegweiser, was hier Phase ist, nämlich ein unverblümter, tanzbarer und kämpferischer Optimismus, der sich offen auf die seite derer stellt, die weltweit nix abkriegen vom großen Kuchen. Wenn ich die Geschichte dieser Band richtig im Kopf habe, so kommen sie teilweise aus Kolumbien und Argentinien, haben dann zeitweilig illegalisiert in Spanien gelebt und z.B. Strassenmusik gemacht und sind nun mittlerweile einigermaßen bekannt und leben und erzählen ihre Geschichte weiter. Du merkst in yeder Geste, in yeder Bewegung, in yedem Wort, daß das, was du siehst und hörst, auch das zu sein scheint, was sie leben und was sie bewegt. Okay, teilweise extrem gut durchchoreografiert die Show, aber sowas entwickelt sich auch über Yahre, und macht am End ya auch wirklich Spaß im Auge. Und klaro, der Gitarrist trägt ein "Gogol Bordello-shirt", das passt und darüberhinaus ist sein verzerrter Gitarrensound unschlagbar. Die dürfen denn auch so ein fieses Instrument wie ein "Umhänge-Keyboard" mit auf der Bühne haben, was ya eigentlich ein absolutes "no-go" ist, wie ich finde (genau wie Flöten yeglicher Art)...Habe ich, glaube ich, zuletzt mal im Fernsehen gesehen bei "Modern Talking" (grusel...). Naya, daß sich einer der Sänger gegen Ende bis auf die Unterhose auszieht, habe ich zwar nicht wirklich verstanden, aber auch das kam "nett" rüber für mich. Mittendrin dann auch tatsächlich ein Song, der den Titel "kein mensch ist illegal" trägt. Für mich ist sowas eine schöne Ladung "Seelensprit" in den halbvollen Psycho-Tank. Diese Energie, die ich daraus ziehe, nehme ich mit auf die Strasse zum nächstbesten Anlass, wo ich entsprechende paua brauche. Hoffentlich nicht schon wieder ein Naziaufmarsch, ich bin so müde und so satt davon oft...aber hilft ya nix...Kopf hoch, Augen auf und durch...und weiter...TUDO É POSSIBLE!!!
Kleine Randanekdote: daß da noch ein Lehrer mit einer kompletten Schulklasse von 14 - 16yährigen rumsprang, die das alles miterleben durften, hat mich zusätzlich froh gemacht. Ich wünschte, einer meiner damaligen Lehrer wäre so fit gewesen...
Unsere "kleine Revolte" ist gemeint...Revolte Springen...Heute auf'n Tag genau begann das mal mit einem Treffen im Wendland. Rebellion und Revolte, emanzipatorisches Denken und Widerstand gegen Macht und Herrschaft gibt es natürlich schon was länger...paar Yahrtausende...eher noch länger, was?! Wir haben das yedenfalls mit ein paar Bier gefeiert heute...würdig...auf unsere Art. Is' ya so'ne Sache...wat machste, um die Dinge zu verändern, die Verhältnisse zum Tanzen zu bringen. Will ich überhaupt, daß alle tanzen? In 2 Tagen marschiert in Dresden die reaktionäre Hässlichkeit. Nazischeiss. Welches Kraut ist dagegen gewachsen? Was bringen denn Lieder und Theater? Offene Frage...Sind Mollis und Steine nicht besser? Konkreter? Reden?! Überzeugungsarbeit?! "ALL TOGETHER NOW" haben die Beatles mal gesungen...in einem völlig anderen Kontext...Passt aber gut...yetzt gerade...! Die Vielfalt der Mittel war immer schon eine gute Idee. Und Grenzen ausloten...die Ideen besprechen und das Erlebte reflektieren. Die Palette des Möglichen ist breit. Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen! Immer schon! Wir machen uns nicht klein! NO PASARAN!
Dann werden massenhaft in Dresden die Strassen blockiert gegen Geschichtsrevisionismus und gegen die neuen und alten Nazis, die wieder einmal marschieren wollen. NO PASARAN! Es gibt ein gutes Mobilisierungsvideo, guckst du z.B. hier:
ALSO AUF NACH DRESDEN AM 13.2.2010!
Moin in 2010! Das Yahr beginnt schneebedeckt und kalt. Bloß nicht einfrieren, auf keiner Ebene! In den vergangenen Wochen gab es ein paar Begegnungen für mich, die spannend waren. Am 9.12.09 fuhr ich nach Dresden, um zusammen mit 2 Freunden das Konzert von TV SMITH in der Chemiefabrik zu besuchen. TV SMITH ist bekannt, oder?! Sonst guckst du kurz hier:
TV SMITH war punkrockmäßig in den 70ern mit den "Adverts" unterwegs und macht seit etwa 20 Yahren Solosachen auf der Akustikgitarre. Er ist nochmal ein paar Yährchen älter wie ich und ich war gespannt, was mich erwartet, denn ich hatte ihn noch nie live gesehen. Und Leute,...das Konzert hat mich restlos begeistert. Der Mann hat einfach was zu erzählen und er ist dermaßen mit seiner Gitarre und seinen Songs verwachsen, daß es nur so kracht. Dabei wird es nie moralisch oder platt politisch. Der alte Haudegen erzählt von sich, seinem eigenen standing, seinen Zweifeln und davon hat er viele. Die löst er auch nicht auf...er beschreibt oft lediglich sein Gefühl zu der ganzen Scheisse und das bleibt dann so stehen. Aber, und das ist es eben, das Gefühl ist oft genug auch meins...es gab für mich auch Momente mit Tränen. Ey, und der alte Sack spielt da 30 Songs nacheinander weg mit einer rauen Simme und einer Leidenschaft, die ich mir selbst oft für mich wünschen würde. Und wer yetzt denkt, daß das ya trotzdem bloß so'n "Liedermacherabend" war, sollte sich das einfach mal selbst angucken und wird merken, daß das völlig unzutreffend ist, weil TV SMITH mehr rockt als manche gut besetzte Punkrockformation. Für mich persönlich war das ein wichtiges Erlebnis, denn einerseits bin ich echt zu alt für "Fan-Scheisse", aber andererseits tut es unendlich gut, Menschen mit gleicher Wellenlänge zu sehen, die älter sind und nicht aufgegeben haben, weil es schlußendlich wieder mehr vorstellbar wird, wie das "punkrockplusradikallinksseinundälterwerden" gehen könnte...nämlich im besten Fall einigermaßen ungebrochen und aufrecht .
Dann gab es eine Begegnung mit Phil Taylor...Kennt ihr auch nicht?! Der ist Weltmeister im Dart...gerade wieder geworden. Ich habe zur Yahreswende stundenlang vor der Glotze gesessen und mir die Spiele angesehen. Das Geile am Dart-Sport ist, daß die 15yährige theoretisch den 75yährigen schlagen könnte und umgekehrt. Du wirfst halt Pfeile aus 2,37 Meter Entfernung auf das Board und zählst die Punkte. Naya, und Phil Taylor ist 49 Yahre alt und seit 15 Yahren Weltspitze. Mich fasziniert die "Friedfertigkeit" dieses Sports sehr in Kombination mit der Präzision, die dort an den Tag gelegt wird. Ich spiele selbst ein bißchen Dart hin und wieder, daher weiß ich es zu schätzen, wenn Leute "gut" sind. Phil Taylor hat in etwa zu der Zeit mit dem Dart-Sport angefangen, als ich damals mit "Quetschenpaua" anfing. Sowas bringt mich immer auf den Gedanken, daß viel anderes möglich gewesen wäre in meinem Leben...Ich wüßte auch gerne, was aus mir geworden wäre, wenn ich in dem Alter damals den "Handballtorwart" in mir professionalisiert hätte...Hätte es gereicht für was "hochklassiges"?! Wäre es gut oder blöd geworden?! Auch in der Musik hätte ich ya möglicherweise "Karriere" machen können...oder zumindest sowas ähnliches...Ich kenne einige Leute aus meinem Umfeld, die ihre Sachen, auf die sie eigentlich Lust gehabt hätten, nicht weiter vefolgt haben...unter anderem deshalb, weil sie es für wichtiger erachteten, sich innerhalb der radikalen Linken zu engagieren, weil sie, genau wie ich, die Welt, so wie sie ist, nicht ertragen können und/oder konnten, und weil sie sie besser machen wollten und wollen...wenigstens ein bißchen. Im Rückblick kommt dann manchmal ein wenig Melancholie zum Vorschein, aber bei mir persönlich KEIN Bedauern oder Bereuen. Lebensläufe sind meist holprig und voller kleiner Fehler,...davon habe ich auch schon viele gemacht und es werden noch viele folgen, aber grundsätzlich gehe ich den angefangenen Weg gerne weiter. Phil Taylor ist übrigens kein Held oder Vorbild für mich, auch wenn er eine Ausstrahlung hat, als könnte er im nächsten Ken Loach-Film mitspielen und auch, wenn mir die Sympathie-Fassade erstmal gut gefällt. Vermutlich gefällt mir aber eben auch nur genau diese Fassade.
Weitere Begegnungen finden täglich per mail statt. Menschen, die ich meist nicht kenne, schreiben mir. Das allermeiste ist ziemlich "nett" und macht mir Mut und Hoffnung, aber hin und wieder kriegste auch mal "Hasspost". Das Traurige daran ist leider oft, daß das Bild, was dann von mir in den yeweiligen Köpfen existiert, fast nix mit dem zu tun hat, was ich wirklich bin. Da wird dann z.B. davon geschrieben, daß ich "Chaos predige" und es läuft am Ende darauf hinaus, daß ich ein "Faschist" bin...yepp. Manchmal geben sich Leute durchaus Mühe, sowas auch länger auszuformulieren. Aber was soll's, da sich entsprechende Heiopeis nicht auseinandersetzen, sondern nur beleidigen und/oder drohen wollen, prallt das geflissentlich an mir ab. Wenn es zu arg wird, lassen sich mails ya auch durchaus mal zurückverfolgen. Am End dieses Eintrags wünsche ich euch einen guten Start in die nächsten Minuten! Euer Chaosprediger...ha!